Review

Anthony Quinn brilliert in diesem Schwarz/Weiß-Film aus den 60er-Jahren als lebenslustiger Grieche Alexis Sorbas, der auf den vernunftorientierten, etwas steifen Briten Basil, gespielt von Alan Bates, trifft. In künstlerischen Bildern eingefangen und unterlegt von griechischer Folklore, erzählt dieser Film in Überlänge von der einfachen griechischen Inselbevölkerung, die gefangen ist in Rückständigkeit, Sexismus und Armut in teils erschreckenden, dramatischen und traurigen Szenen, aber auch von der menschlichen Wärme, Herzlichkeit und dem sonnigen bis kindlichen Gemüt, das Sorbas dem entgegensetzt und dadurch seine Lebenseinstellung dem Briten Basil zu vermitteln vermag - und für ein versöhnliches Ende des Films sorgt. Auffallend ist hierbei, dass die dramatischen Momente mit wenigen bis gar keinen Dialogen auskommen und durch die Kraft der Bilder ihre Atmosphäre und Bedrohlichkeit entwickeln. Genaues Hinsehen ist also erforderlich, möchte man der Handlung folgen können.

Die Grundaussage von "Alexis Sorbas" ist wohl, dass man sich allen Widrigkeiten und allem Elend zum Trotz seine Lebensfreude bewahren solle und eine entsprechende Lebenseinstellung dazu verhilft, mit alldem fertig zu werden und anderen Hoffnung zu machen. Regisseur Cacoyannis brach mit dieser Romanverfilmung eine Lanze für von der Gesellschaft oft geächtete "Hallodris", "Trinker" und "Versager", die das Herz dennoch am rechten Fleck tragen und mit ihrer positiven Ausstrahlung möglicherweise mehr zur Gesellschaft beitragen als andere. Und so ganz nebenbei erfährt man unbeschönigt eine Menge über Griechenland. Dafür nimmt man dann auch gern die eine oder andere Länge in Kauf.

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