Michael Keaton spielt einen Reporter einer New Yorker Tageszeitung, der seine schwangere Frau, gespielt von Marisa Tomei, zunehmend vernachlässigt. Als zwei Geschäftsleute getötet werden, will seine Chefin, gespielt von Glenn Close, eine Schlagzeile bringen, in der die beiden kürzlich inhaftierten Verdächtigen als Täter hingestellt werden, während er der Auffassung ist, dass die vermeintlichen Mörder unschuldig sind. Es kommt zum Konflikt.
Nach seinem Actionfilm "Backdraft" und seinem Einwanderer-Epos "In einem fernen Land" und vor seinem Meisterwerk "Apollo 13" inszenierte Oscar-Preisträger Ron Howard seine Medien-Satire "Schlagzeilen", die sich im Gegensatz zu den meisten seiner anderen Werke trotz der namenhaften Besetzung keiner allzu großen Bekanntheit erfreut. Und dies nicht zu Unrecht, denn mehr als eine solide Arbeit ist "Schlagzeilen" definitiv nicht.
Zwar sind durchaus ein paar amüsante, auch beißende Szenen vorhanden, aber es sind doch zu wenige, als dass der Film als Satire gänzlich funktionieren könnte. Der eine oder andere Dialog, in dem die Reporter ohne jede Moral über mögliche Schlagzeilen und menschliches Elend debattieren, hat es durchaus in sich, aber all dies hat man zugegebenermaßen so oder so ähnlich schon einmal in einer vergleichbaren Medien-Satire zu sehen bekommen. Die Figurenkonstellation ist dabei ganz gut gelungen, so hat besonders die einsame, mit ihrem Beruf verheiratete Chefin ein gewisses Potential, genauso, wie der Hauptcharakter, der mit mehreren Facetten recht ambivalent und glaubwürdig konstruiert ist, was vor allem zum Ende hin zum Ausdruck kommt, wenn er sich seiner journalistischen Verantwortung immer deutlicher bewusst wird, wobei das folgende Appell an die Verantwortung der Medien dann doch wieder ein wenig zu altbekannt und klischeehaft daherkommt.
Der Subplot rund um die Beziehung zu seiner Frau nimmt eher die Grundzüge eines Dramas an, das zwar etwas mehr Dramaturgie und Emotionalität ins Geschehen bringt, dafür aber der Satire in sofern schadet, dass die Gags und die bissigen Momente noch rarer gesät sind. So setzt sich der Film leider ein wenig zwischen die Stühle und schafft, trotz eines ordentlichen Unterhaltungswerts, an dem es nicht allzu viel auszusetzen gibt, den Sprung übers Mittelmaß nicht.
Inszenatorisch gibt es für einen Howard-Film sehr wenig zu vermelden. Der unterm Strich ordentlich konstruierte Plot wird zügig abgespielt, womit "Schlagzeilen" keine schlechte Unterhaltung bietet, ansonsten ist es aber vor allem der starke Cast, der einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt. So überzeugt Michael Keaton durchaus auf ganzer Linie und stellt seine Figur sowohl im Beruf, als auch im Privatleben hervorragend dar, während die gewohnt sympathische Marisa Tomei ebenfalls eine makellose Leistung auf die Leinwand bringt. Hinzu gesellen sich eine wie immer überzeugende Glenn Close in der Rolle der arbeitswütigen Karrieristin, ein gewohnt präsenter und rundum überzeugender Robert Duvall, sowie Randy Quaid, der einige Lacher auf seinem Konto verbucht.
Fazit:
Für ein Drama nicht fesselnd genug und ein wenig zu oberflächlich konstruiert und für eine Satire nicht bissig und amüsant genug, setzt sich "Schlagzeilen" mitunter ein wenig zwischen die Stühle, unterhält jedoch durchaus auf ordentlichem Niveau, was auch dem starken Cast anzurechnen ist, während Howards Regie ungewohnt einfallslos ausfällt.
60%