Rusty James ist der Anführer einer Gang von Kleinkriminellen. Doch sein eigentliches Ziel ist es, dem legendären Ruf seines älteren Bruders Motorcycle Boy nachzueifern, der die Stadt verlassen hat. Als Rusty und seine Freunde Smokey, Steve und B.J. eines Abends einen Bandenkrieg ausfechten, kehrt Motorcycle Boy nach zweimonatiger Abwesenheit aus Kalifornien zurück. Doch anstatt die Vorherrschaft über die örtlichen Gangs wieder an sich zu reißen, scheint er jedes Interesse an seiner ehemaligen Stellung verloren zu haben. Melancholisch und ziellos treibt er durch die Stadt, was nicht nur seinem kleinen Bruder Sorgen macht, der glaubt, eines Tages genau wie sein älterer Bruder zu werden.
Francis Ford Coppola auf ein Genre fest zu legen ist ja beinahe unmöglich. Hier das verstörende Apocalypse now, aber dazwischen heitere Komödien wie Jack oder Peggy Sue hat geheiratet. Hier versucht er sich an einem tristen Jugenddrama, in dem er stellvertretend anhand zweier Brüder deren Perspektivlosigkeit und eigentlich auch beinahe Chancenlosigkeit in der Gesellschaft wieder zu spiegeln. Der Vater ist ein Säufer,man hängt mit meist schlechter Gesellschaft auf der Straße herum und gerät mangels Zielen fast folgerichtig auf die schiefe Bahn.
Mir persönlich hat dabei die Figur des Motorradtypen besser gefallen. Er hat im Prinzip all das schon hinter sich, wohin der junge Heißsporn Rusty James hineifert und versucht auf seine Weise ihn aus diesem Sumpf zu befreien. Rusty selber ist eigentlich ein personifiziertes Arschloch mit dennoch mit Sympathiepotenzial. Er mach auf James Dean, ist rebellisch bis zum abwinken, versaut es sich auf seine großmäulige Art mit der Schule und seiner Freundin und läßt für ein munteres Stelldichein beinahe auch seine Kumpels im Stich. Mit dem Typen konnte man nur mühsam Freundschaft schließen, auch wenn er gelegentlich warmherzige Seiten zeigt.
Coppola präsentiert seine Geschichte auch konsequent in tristem schwarz/weiß, lediglich mit einigen Farbtupfern, wenn die titelgebenden Kampffische mal ins Bild paddeln. Oft wirkt die Erzählweise dabei etwas ziellos und abgehackt, springt von einer Szene in die nächste ohne irgendetwas wie einen roten Faden zu haben. Das Drehbuch hätte ruhig ein wenig mehr geglättet werden können, ohne an Aussagekraft einzubüßen.
Freuen kann man sich aber auf das Ergebnis des Castings, das zahlreiche spätere etablierte Größen in jungen Jahren zeigt, denn neben Matt Dillon und Mickey Rourke gibt's in kleineren Rollen noch so Leute wie Laurence Fishburn oder Nicolas Cage zu sehen, während Dennis Hopper ja schon zur etablierten Garde gehört. Für Fans dieser Leute kann man Rumble Fish sofort empfehlen. Ein Partyfilm zum nebenher schauen ist das hier natürlich nicht, sondern man sollte sich schon ein wenig mit dem gezeigten auseinandersetzen und eventuell sogar Selbstreflektieren. Ich muß gestehen nicht ganz den rechten Draht zu dem Film gefunden zu haben, hatte aber stets das Gefühl etwas wertvollem beizuwohnen. Muß wohl jeder selbst für sich entscheiden.
6/10