kurz angerissen*
Der Kontrast zum damals gerade erst abgedrehten „The Outsiders“ ist markerschütternd. Widmete sich Coppola hier noch mit nostalgischem Gemüt dem dem Jugendfilm der 50er Jahre und sperrte melancholische Erinnerungen in einen farbträchtigen Rahmen, der als statische Impression besser funktionierte als auf emotionaler Ebene, geht der gleiche Regisseur mit „Rumble Fish“ dasselbe Thema von völlig anderer Warte an und endlich mit seinem Betrachtungsgegenstand auf Tuchfühlung.
Das jugendliche, nach Orientierung suchende Gesicht Matt Dillons kommt in Nahen und Halbnahen stark zur Geltung und macht ihn viel präsenter als in seiner „Outsiders“-Nebenrolle; selbiges lässt sich auch über viele Nebendarsteller berichten, allen voran natürlich Mickey Rourke, Diane Lane und Dennis Hopper, aber auch Laurence Fishburne, Tom Waits oder Coppola-Neffe Nicolas Cage in einem seiner ersten Auftritte.
Den Panoramen weichen symbolimmanente Aufnahmen von vorbeiziehenden Wolken oder Uhren ohne Zeiger, die den ungreifbaren Zeitfluß veranschaulichen und die Veränderungen des Milieus, die in vielen Dialogen angedeutet werden („Gäbe es heute noch richtige Gangs, wäre ich der Anführer“). Das eindrückliche Schwarzweiß verstärkt die Authentizität des Films, sein Streben ins Mittendrin und den zu „Outsiders“ entgegengesetzten Avantgarde- und Independent-Charakter, der nur in einigen wenigen Szenen bewusst aufgebrochen wird, etwa wenn die Kamera auf geradem Weg Matt Dillon folgt, wie er in ausgefallener Choreografie tänzelnd Diane Lane auf dem Nachhauseweg begleitet. Die titelgebenden siamesischen Kampffische sind die einzigen eingefärbten Elemente im Film, was den symbolischen Charakter von „Rumble Fish“ auf die Spitze treibt und möglicherweise allzu stark auf bildhafte Interpretation drängt; dies kann seiner expressiven Kraft jedoch nichts mehr anhaben.
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