Vor 15 Jahren wurde die Opern-Sängerin Julia Williams in der Garderobe eines alten Theaters von einem als Clown verkleideten Kollegen ermordet. Nun macht sich eine Gruppe von Schülern - darunter auch Julias Tochter Kate - auf, das verlotterte Gebäude zu entrümpeln und wieder auf Vordermann zu bringen. Von Mr. Caruthers, dem Besitzer, erfahren die Kids von der mörderischen Vergangenheit des Schuppens, was der armen Kate verständlicherweise ganz schön aufs Gemüt schlägt. Noch schlimmer wiegt aber bald schon die Tatsache, dass der Mörder von damals nie gefasst wurde und gemunkelt wird, dass er immer noch die Gänge des Theaters unsicher macht. Klar, dass kurz darauf ein Unbekannter im Clowns-Kostüm durch die Kulissen stiefelt und es auf die Kids abgesehen hat. Ist es derselbe, der bereits Kates Mutter auf dem Gewissen hatte...? Okay, auch wenn hier im weitesten Sinne wieder "Terror in der Oper" herrscht (nun gut, im "Theater"... gehupft wie gesprungen), so sollte man doch noch lange nicht den Fehler begehen, dieses vorliegende Filmchen mit eben jenem Meister-Schocker zu vergleichen, denn zwischen diesen beiden liegen doch wahrlich Welten. Regisseur Jean Pellerin ist eben kein Dario Argento, sondern eher 'ne echte Regie-Nulpe und sein "The Clown at Midnight" darum auch kein Deut besser als der von ihm zuvor bereits bäuchlings in den Sand gesetzte Science-Fiction-Heuler "Laserhawk"! Selbst für schiere Billig-Slasher-Verhältnisse rangiert das alles nämlich noch weit unterhalb der Durchschnitts-Marke und wird da allenfalls noch von den bekannten Akteuren Christopher Plummer und Margot Kidder, die sich hier in Nebenrollen unter Wert verkaufen, ein klein wenig gerettet. Letztgenannte verabschiedet sich dann auch flugs per Axt im Kopf aus der ganzen Misere, wer kann es ihr verübeln? Einige verwurschtelte Giallo-Anleihen lassen sich da schnell als oberflächliche Makulatur ausmachen und hübschen die Chose irgendwie nicht auf und selbst die Morde sind da nur blutiger Standard und dürften wohl kaum jemanden vom Hocker hauen, der in seinem Leben bereits mehr als eine Handvoll Horrorfilme gesehen hat. Echt zum Haareraufen ist da hingegen die Unlogik der Handlung, welche schließlich in einem aufgesetzten Finale gipfelt, dem man nicht mal die Enttarnung des Mörders so wirklich abkaufen mag. Nun ja! So wirklich aus dem Rahmen fällt hier allerdings nur der Regie-Einfall, eine typisch verhuschte Sex-Szene mit einem Fechtkampf zwischenzuschneiden, was für viele pubertäre Zweideutigkeiten auf der Tonspur sorgt (von wegen "zustechen" und so'n Scheiss...). Ein Wiedersehen gibt es zudem mit Tatyana Ali aus "Der Prinz von Bel Air", aber es ist kein schönes... so kann’s kommen, gerade noch niedliches Beiwerk in einer mäßigen Sitcom mit Will Smith und im nächsten Augenblick ein Schisch Kebab im neuesten Direct-to-Video-Slasherschund. Kurz vor Schluss gibt es dann allerdings doch noch eine nette, kleine Reminiszenz an die Hochzeit der früh80er-Schlitzerfilmchen, wenn die im Laufe der Geschichte zu Tode gekommenen genauso hübsch auf den Stühlen des Theaters drapiert werden, wie es bei der denkwürdigen finalen Geburtstags-Party in "Ab in die Ewigkeit" der Fall war... aber das kann natürlich auch nur ein Versehen gewesen sein. Inmitten der Schwemme von Streifen mit gruseligen Clowns der letzten Jahre ist "The Clown at Midnight" übrigens definitiv KEINE Wiederentdeckung wert, da lohnt es sich doch wesentlich mehr, stattdessen nochmal Victor Salvas sehr viel effektiveren "Clownhouse" zu sichten...
4/10