So sparsam stellen sich also die Schotten einen Werwolf vor, wie eine bemitleidenswerte Mischung aus Wildsau, Bär und Muppet Monster.
Das Trashvieh ist jedoch zu verkraften, nur der verärgernde Dilettantismus des Regisseurs stößt an manchen Stellen so richtig übel auf, denn da macht sich der nachgesagte Geiz der Schotten bemerkbar: Nachtaufnahmen mit der Digicam und nichts ist ausgeleuchtet. So muss man sich für einige Minuten seinen Teil denken, weil man nicht mehr als Umrisse erkennt.
Aber es gibt ja auch noch eine dünne Story: Kelly Ann hat soeben entbunden und auf Empfehlung eines Paters das Kind zur Adoption freigegeben. Kurz danach führt sie eben jener Pater mit ein paar Gleichaltrigen zu einem Wochenendtrip in die wilde Landschaft, um zu wandern und zu campen. Doch eines Nachts finden Kelly Ann und ihr Ex (gleichzeitig Erzeuger ihres Kindes) ein Baby, das in einer Ruine neben Leichenteilen liegt. Sie nehmen es mit und werden alsbald von einer werwolfähnlichen Kreatur verfolgt.
Generell nichts gegen Monstertrash und triviale Teeniedialoge, aber hier entsteht bei beidem kaum ein Unterhaltungswert. Die Figuren, zumeist Laiendarsteller, sind durch die Bank unsympathische Typen. Die Hauptdarstellerin zickt nur rum, ihr Ex ist erst ein Großkotz, dann ein Weichei und die übrigen fallen erst gar nicht näher auf. Auffällig ist eher der Pater, der wie eine schmale Gesichtsausgabe von Mr. Bean aussieht, aber insgesamt nur wenige Szenen hat.
Und so hocken sie vor ihren Zelten und versuchen authentisch zu labern, was nur Langeweile ausstrahlt. Erst wenn der hiesige Schafhirte Kelly Ann (beim Kacken?) zwischen den Büschen zusieht und anschließend weggejagt wird, ist das Stillleben kurz vorüber.
Kurz darauf bricht die Nacht herein und für den Zuschauer das große Ratespiel.
Ob da die Gruppe durch eine Burgruine stolpert oder der Ömmes von Fellmutant herumgrunzt und sich als erstes den Hirten krallt, - man kann es nur erahnen, denn die Sets erhalten außer der Taschenlampenfunzeln der Teens kein Licht und man sieht stellenweise nur noch schwarz mit hellen Flecken. Die Dunkelphase dauert eine gefühlte halbe Stunde an, da rutscht irgendwer eine Böschung hinab, ein Typ wird auch gebissen (nur das Resultat zu sehen) und man ist froh, wenn die Gejagten die Nacht überleben, denn endlich sieht man wieder etwas (Ach DER hat überlebt !?!).
Mittlerweile sind die Verfolgten nur noch drei mit Baby (in praktischer Trageschlinge, aber es nervt trotzdem, wenn Zickenmama das Findelchen erneut stillen muss/will) und jetzt kann man sich das Monster auch mal näher ansehen, denn es ist mit ganzem Körpereinsatz im Bild, - zwar kein Computervieh, aber nicht sonderlich auf böse gestylt, dennoch flüssig in den Bewegungen.
Da kommt plötzlich Tempo ins Spiel, mit einem Mal kann man ein par Goreeffekte bewundern, die okay gestaltet wurden und da fällt auch dem Kameramann ein, dass man mal ein paar schnelle Fahrten nah über den Boden absolvieren könnte, um die Egosicht des Zottelbärwolfs nachzustellen. Kommt aber alles viel zu spät, wir haben nur noch wenige Augenblicke Showdown.
Tja, und da war ich fast gewillt, dem Treiben noch etwas mehr als Gnade gegenüber eines Debüts zu zeigen, da kommt die Story mit einem derart absurdem Ende daher, dass dieses glatt einen ganzen Punkt Abzug einbringt.
Nur soviel sei verraten: Es kommt zwar überraschend, aber komplett unlogisch daher, das entlarvt unzählige Logikfehler und weist nur darauf hin, dass den Machern offenbar einfach nichts Besseres eingefallen ist.
Überhaupt wird die Herkunft des Monsters nicht wirklich erklärt. Ein regionales Problem scheint das zumindest nicht zu sein, denn die Hirten, die ja bekanntlich 24 Stunden bei (laut Filmfiguren auch in) den Schafen verweilen, zeigten sich ahnungslos.
Hätte man nur den Pater mit auf die Hatz geschickt (der in langer Abwesenheit der Teens erstmal die Hotelfrau gedönert hat), hätte es vielleicht einen Sympathieträger gegeben.
Aber so bleibt am Ende nur ein unsympathischer Haufen von Leuten, die zur Hälfte im Stockdunkeln vor einem mehr als fragwürdig gestalteten Zottelbeißer weglaufen.
Selten spannend, und – obwohl es in Schottland spielt – auch selten atmosphärisch.
Langweiliger Qualm,
3 von 10