Review

Bei diesem arg kurzen Tierhorrorfilm weiß ich gar nicht, wo ich vor lauter Kritik anfangen soll.

Kurz zur Story, die ist wirklich sehr kurz erzählt: 5 Jugendliche wollen eine Wanderung unternehmen, finden unterwegs ein Baby und werden fortan von einem Werwolf verfolgt.

Erster Kritikpunkt sind die Kills. Zwar fallen diese extrem blutig aus, sind jedoch entweder im Off oder äußerst unrealistisch. So kommt der Werwolf in einer Szene aus einer platzenden Kuh, reißt einem Bauern mal eben den halben Bauch raus oder bringt taktiert ein armes Blondie um. Darüber hinaus wird die Bestie als übertrieben intelligent und taktisch dargestellt, was dann doch eher lachhaft rüberkommt.

Nun aber mal ein paar positive Aspekte des Films: Bevor das Biest auftaucht, vergehen ein paar doch recht lustige Minuten im Film. Leider verliert sich der Humor bei der zugegeben arg spannenden Hetzjagd der Teenies. Die Atmosphäre trägt hier ihren Teil dazu bei: Alles sehr dunkel und bedrohlich, sodass man teilweise wirklich mit den Akteuren mitfühlt. Leider fehlte dem Film das Budget, sodass auch die Bestie nicht sonderlich hübsch ausschaut. Die Ansicht in der Finalen Szene auf dem wirkt außerdem unfreiwillig komisch.
Die Wende des Films, in der das erste Biest stirbt, ist wirklich gelungen, da im nächsten Moment gleich Papi in der Eingangstür steht und sich prompt als Strafe den lustigen Jungen schnappt. Die schauspielerischen Leistungen sind durchaus akzeptabel, nicht schlecht, aber auch nicht herausragend gut. Leider gibt es im gesamten Film keinerlei Hintergrundmusik, lediglich die Naturtöne und die Stimmen der Akteure sind zu hören. Man hätte den Film dadurch vielleicht noch etwas spannender gestalten können, aber da hat man wohl am falschen Ende gespart. So hätte man auf die bei den Extras als Rinderwahn genannte Szene durchaus verzichten können, die wie gesagt kein bisschen gut daherkommt.

Der Vergleich mit Dog Soldiers ist auch nicht besonders sinnvoll. War jener wenigstens noch wirklich sauber umgesetzt, wirkt Wild Country dagegen ziemlich blass, vor allem aufgrund der kurzen Laufzeit, der nervigen Anfangsszene (Der Konflikt zwischen dem Pfarrer und dem Mädchen fand ich äußerst störend) und dem lachhaften Finale bzw. der Auflösung.

Dennoch möchte ich Wild Country nicht auf der Schattenseite stehen lassen. Denn es bleibt ja nochmal jener Effekt der Atmosphäre, der Spannung. So schafft es dieser kurzweilige Tierhorrorfilm nämlich wirklich, den Zuschauer die ganze Zeit bei Laune zu halten, trotz der dämlichen Klischees.

Fazit: Überwiegend sehr schlechte Aspekte, beachtet man jedoch die wichtigen Merkmale eines (Horror-)Films, so kann ich dem Film unterm Strich sogar noch 6/10 Punkten geben.

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