Review

Ainoa ist in vielerlei Hinsicht ein erstaunlicher Film: Regisseur Marco Kalantari begann im Rahmen seiner Ausbildung damit, Studenten, Produktionsfirmen, Verleiher von Licht, Ton, Kostümen und sonstigem Equipment von seiner Vision eines Science Fiction Filmes zu überzeugen. EIner ausschließlich studentischen, österreichischen Produktion, wohlgemerkt.

Die ersten Drehblöcke wurden ausschließlich durch Sachspenden möglich. Sämtliche Darsteller, Stunt
People, SFX-Leute und das gesamte, vollzählige Filmteam arbeiteten gratis. Gedreht wurde in 6 Blöcken von 1999 bis 2004, die Post Production dauerte bis ins Frühjahr 2006.
Locations wurden ohne Miete zur Verfügung gestellt. Erst sehr spät sprangen einige Sponsoren nach Vorführungen bereits gedrehten Materials ein. Das ist - zunächst - der einzige Maßstab, an dem sich Ainoa messen lassen muss.

Marco Kalantari hat aus den verfügbaren Mitteln ein absolutes Maximum herausgeholt. Egal ob Bauten, Kostüme, Sets, CGI, SFX, usw. - das Visuelle an Ainoa ist äußerst ansehnlich geraten. So manche finanziell ganz ordentlich ausgestattete Produktion wird hier locker übertroffen. Einzig der Kameramann hatte wohl in manchen wenigen Einstellungen Probleme mit Schärfe, trotz stimmigen Lichtes. Das kann aber andere als handwerkliche Ursachen haben: Takes kosten nunmal Material, und das war bei Ainoa endlich.

Kalantari ist ein Film mit großartigen Bildern gelungen, der völlig zu Recht einen Verleih gefunden hat. Die große - und einzig wirkliche Schwäche seiner so zusagen überdimensionierten Abschlußarbeit ist - das Buch. Genauer eingegrenzt: die Dialoge schöpfen leider die Möglichkeiten der sehr soliden und interessanten Hintergrundgeschichte zu den Figuren nicht aus (kleinere Schwächen in der Figurenführung gibt es wie anderswo auch).

Ainoa ist als Film durchaus sehenswert, eine Art nachdenkliche Meditation über eine mögliche Entwicklung der menschlichen Zukunft, in herausragender Bildsprache. Und stellenweise ist er leider auch lang.

Details
Ähnliche Filme