"Hat was von ner Gruft."
Um einem ungeliebten Schulausflug zu entgehen lassen sich die vier Teenager Elizabeth (Thora Birch), Mike (Desmond Harrington), Geoff (Laurence Fox) und Frances (Keira Knightley) in einem abgelegenen Bunker einsperren. Martyn (Daniel Brocklebank) soll den Schlüssel für den Bunker aufbewahren und die vier drei Tage später nach dem Ende des Ausflugs wieder freilassen. Die zunächst ausgelassene Stimmung weicht der puren Panik, als nach drei Tagen Martyn den Bunker nicht aufschließt. Erst einige Tage später gelingt es Elizabeth als einzige Überlebende aus dem Bunker zu entkommen. Völlig verstört und abgemagert wird sie von der Polizei in ihrer Schule aufgefunden und durch die Psychologin Philippa Horwood (Embeth Davidtz) betreut. Nur bruchstückhaft erinnert sich Elizabeth an die Ereignisse im Bunker, die sie der Psychologin erzählt.
"The Hole" ist ein atmosphärisch dichter Teenie-Thriller mit Horror-Elementen, der während seiner Laufzeit mehrfach überraschende Kehrtwenden einlegt. Dabei bedient sich der Film der frisch wirkenden, jedoch nicht völligst neuen Nacherzählweise, die die Sichtweise der Ereignisse von verschiedenen Personen preisgibt. Der Zuschauer erhält zunächst die blütenreine Version dieses Klaustrophobie-Thrillers geboten und weiß doch schon, dass hier irgendwo ein Haken sein muß.
Die größten Qualitäten offenbart "The Hole" in seiner Inszenierung des Bunkers. Düster sind die Bilder der verkommenen Einrichtung, beklemmend und verzweifelt die Atmosphäre in den späteren Ansichten. Die Kamera bietet dabei aufgeschlossene, überschaubare Bilder sowie persönliche, nah an den Figuren platzierte Einstellungen, die ein greifbares Abziehbild der Umgebung und der Insassen liefert.
Gleichzeitig zeigen sich während diesen Phasen aber auch Mängel. So lässt sich der Erzählrhythmus bisweilen zu viel Zeit und thematisiert die psychologische Zersetzung der Figuren in dieser unwirtlichen Umgebung nur marginal, den Prozeß des Eingeschlossenseins, der Paranoia und des schleichenden Verfalls garnicht.
So gewinnen die vier Eingeschlossenen nur wenig wirkliche Tiefe. Sie werden charakterlich gerade so weit geformt, wie es nötig ist, um die erforderlichen Reaktionen hervorzurufen, die die Ereignisse bestimmt haben.
Eher abzählbar und zweckhaft ist die Auswahl der knalligen Schreckeffekte. Dabei handelt es sich weniger um blutige Szenen, sondern eher um Effekte, die den Ekel ansprechen sollen.
Echte Höhen bleiben sonst aus. Bis die Spannungsschraube etwas anzieht vergehen drei Viertel der Laufzeit. Erst dann offenbart "The Hole" seine Absichten hinter der verworrenen Handlung, die in späterer Betrachtung etwas arg konstruiert erscheint.
Zweckhaft und unauffällig jedoch ohne Höhen stellen die Darsteller Keira Knightley ("Fluch der Karibik"-Reihe), Desmond Harrington ("Ghost Ship"), Daniel Brocklebank, Laurence Fox, Embeth Davidtz ("13 Geister") ihre nur mäßig beschriebenen Rollen dar. Dabei sticht Thora Birch ("Dungeons & Dragons", "American Beauty") durch ihre größte Präsenz ein wenig heraus.
"The Hole" gelingt es seine dichte Atmosphäre durch klaustrophobische Angstsituationen aufzubauen. Die Charaktere bleiben jedoch auf flachem Teeniefilm-Niveau, die Handlung wirkt trotz gelungenen Wendungen geschönt und kommt nicht ohne Längen aus. Dadurch verspielt sich der Thriller viel Potential, denn dass er eine immense Intensität aufbauen kann, sieht man erst im letzten Viertel seiner Laufzeit.
6 / 10