Von Live Action Manga* halte ich eigentlich nicht so viel. doch als fanatischer Death Note Fan kam ich natürlich nicht um die Verfilmung des gleichnamigen Manga herum. Der Manga der aus der Feder des anonymen Authors Tsugumi Ohba und des Zeichners Takeshi Obata stammt hat in Japan schon längst Kultstatus erreicht. Auch in Deutschland hat der Manga bereits viele Fans gefunden. Ob die Verfilmung allerdings hier zu Lande großen Erfolg haben wird bezweifle ich. In Japan belegte der Film aber 2 Wochen lang Platz 1 der japanischen Kinocharts. Ohne zu wissen ob der Film überhaubt bei den Fans ankommt wurde der Film aber mit einem Cliffhanger beendet. Nach diesem Erfolg konnte man aber im selben Jahr sorglos den zweiten Teil in die Kinos bringen. Bevor ich weiter auf einen genaueren Vergleich zwischen Manga und Film eingehe will ich aber kurz die Geschichte erläutern.
Story (Leichte Spoiler):
Der Hochintelligente Schüler Light Yagami (Tatsuya Fujiwara) der eine Karriere als Polizist anstrebt hat die Schnauze voll von der Welt in der er lebt. Seiner Meinung herrscht kaum noch Gerechtigkeit und die Verbrecher gewinnen immer mehr an Überhand. Als Light eines Abends auf dem Weg nach Hause ist findet er auf der Straße ein Notizbuch mit der seltsamen Aufschrift "Death Note". Als Light voller Neugier die erste Seites dieses Notizbuchs aufschlägt stößt er auf eine in Englisch geschriebene Gebrauchsanleitung. Dort steht , "Dessen Name in dieses Buch geschrieben wird stirbt". Noch hält Light das ganze für einen sehr makaberen Scherz, dennoch nimmt er dieses Notitzbuch mit nach Hause. Als Light sich weiter die Anleitung durchließt findet er langsam gefallen an diesem Notizbuch und fragt sich ob dieses "Death Note" nicht vielleicht doch echt ist. Die Neugier siegt und nachdem Light im Fernsehen einen Bericht über einen wahnsinnigen Verbrecher sieht der Geiseln genommen hat schreibt Light den Namen des Verbrechers in das Notizbuch. Nach der Death Note Regel muss man während man den Namen des Opfers in das Death Note schreibt sich gleichzeitig das Gesicht seines Opfers merken damit nicht die Person stirbt die zufälligerweise den gleichen Namen hat wie das Opfer. Ist dieser Vorgang vollzogen stirb das Opfer innerhalb 40 Sekunden an Herzversagen. Voller Überraschung merkt Light das dieses Notizbuch kein Scherz ist, der Verbrecher dessen Name er in das Death Note geschrieben hat ist 40 Sekunden später an Herzversagen gestorben. Fortan will Light mit diesem Death Note die Welt von dem bösen säubern. Nach Fünf Tagen allerdings wird Light von dem wahren Besitzer des Death Notes heimgesucht, der Todesgott Ryuk der aufgrund seiner Langeweile absichtlich sein Death Note in die Welt der Menschen befördert hat. Light ist von diesem Todesgott (auch Shinigami genannt) nun so lange bessen bis er selber stirbt, Light kommt nach seinen Tod weder in den Himmel noch in die Hölle. Nachdem Light zahlreiche Verbrecher auslöscht schaltet sich nun auch die Polizeit ein, und mit der Polizei schaltet sich Lights Gegenspieler ein, der mysteriöse "L" (Ken`ichi Matsuyama). Ein Duell der superlative Bahnt sich an, doch Light der von der Öffentlichkeit nun als "Kira"** merkt nicht das er immer mehr zu einem von denen wird die er hinrichtet, nämlich ein Mörder, als undschudlige durch Light zu Tode kommen fängt selbst Ryuk an sich zu wundern.
Kritik:
Der erste Film basiert ungefähr auf den ersten Drei (von 12) Bänden des Manga. Es ist natürlich schwer einen so umfangreichen Manga Originalgetreu zu verfilmen, irgendwo muss man abstriche machen. In knapp 110 Minuten wird der Manga Leser aber schmerzlich bemerken müssen das einiges Fehlt, so das zum Teil unlogik für die Leute aufkommen dürfte die den Manga nicht kennen. Es ist als ob man aus einem Buch einfach ein paar Seiten rausgerissen haben. Und genau deswegen hätte ich mir gewünscht das man vielleicht mehr eigene Ideen reinbringt. Keine Frage, der Death Note Film bringt viele Veränderungen und Überraschungen mit sich die selbst die Manga leser erfreuen dürften, doch überwiegend ist das abgehetzte Erzähltempo zu schnell. Das weitere was mich geradezu gequält hat ist die miserable Computeranimation des Shinigami Ryuk. Zwar hält man sich hier 100% an die Manga Vorlage aber Ryuk wirkt im Film einfach nur lächerlich. Kommt der Todesgott im Manga und Anime furchteinflößend rüber so wirkt er im Film wie ein Clown. Alleine Ryuks Synchronsprecher Shido Nakamura rettet den Todesgott davor total lächerlich zu wirken. Da Ryuk eigentlich das Markenzeichen von Death Note ist hat mich das sehr enttäuscht.
Insgesamt gefällt es mir aber das Shusuke Kanekos Version nicht zu weit vom Manga abdriftet aber dennoch ständig kleine Neuerungen einbaut die mir wirklich gefallen haben. Im Finale geht der Film sogar einen ganz anderen Weg was mich freudig überrascht hat und Light noch skrupelloser darstellt als im Anime. Ein durchaus spannendes und unvorhersehbares Finale.
Schauspieler:
Auch die Schauspieler haben mir sehr gut gefallen. Obwohl Tatsuya Fujiwara (Battle Royale) nur wenig Ähnlichkeit mit dem Manga/Anime Light hat so hat mir seine Darstellung als Vorzeigestreber und Kira doch sehr gefallen. Er verkörpert Light/Kira noch ein bisschen unberechenbarer als die Manga Version von Light. Auch der junge Ken`ichi Matsuyama als L hat mir gut gefallen. Allerdings unterscheidet sich der L aus dem Film schon in einigen Punkten mit dem Original L. So kommt mir der "Live" L eine Spur zu eingebildet rüber. Auch die Darstellung von dem Live L finde ich etwas zu übertrieben, das liegt aber nicht an Ken`ichi sondern an dem Regisseur Shusuke Kaneko der wohl einen etwas anderen L erschaffen wollte. Die Ladys im Film die mir allesamt unbekannt vor Death Note waren sind eigentlich alle durch und durch süß und spielen wiklich gut. Und da ich ja auf den eher süßen und knuddeligen Frauentyp stehe haben es mir hier besonders Hikari Mitsushima als Sayu Yagami und Erika Toda als Misa Amane (die im nächsten Film eine Hauptrolle spielen wird) angetan. Als letzten möchte ich hier noch Takeshi Kaga als Lights Vater Souichiro Yagami erwähnen. Optisch und auch Charakteristisch ähnelt er zwar überhaubt nicht seinem Manga Vorbild aber seine Darstellung hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, die neuen Charakterigenschaften waren also auf keinen Fall ein Nachteil für die Figur. Alle Darsteller haben sich eigentlich perfekt in ihre Rolle eingelebt und werden ihren Manga Vorbildern eigentlich so gut es geht gerecht. Hier und da ist zwar mal ein bisschen Overacting, aber darüber kann man hinweg sehen.
Fazit:
Ist der Death Note Film nun empfehlenswert?? Von meiner Seite aus JA.
Ist der Death Note Film denn auch so gut das beide Fraktionen unzwar die Fans des Manga und die Manga Nichtkenner zufrieden sind? JAEIN
Die Fans werden schmerzgaft einige Wichtige Momente vermissen die nicht im Film vorkommen. Die Manga Nichtkenner werden wohl ein bisschen überfordert sein da viele Sachen die in Death Note geschehen nicht richtig erklärt werden oder gewisse unlogik den Zuschauer in die Irre führt. Ich muss zugeben, der Film ist eindeutig für die Leute gemacht die auch den Manga kennen. Also kann ich nur die Empfehlung für die Zuschauer geben die den Manga nicht kennen sich vor dem Film die ersten 12 Folgen des Anime anzusehen. Den Ablauf mag man zwar dann schon kennen, aber der Anime ist eine eins zu eins Umsetzung des Manga. Danach wird man auch mit dem Film wesentlich mehr anfangen können.
Nach anfänglichen Schwierikeiten mit dem Film hat er mir aber dennoch gut gefallen. Alle Ideen wurden auch im Film recht gut umgesetzt. Manchmal wirkt der Film zwar etwas lächerlich (alleine durch die Computeranimation durch Ryuk) aber das sind nur kleine Mängel. Zur Unterhaltund dient der Film allemal und ist endlich mal eine gelungende und erfrsichende Antwort auf die vielen japanischen Geisterfilme.
Als herkömmlicher Filmfan vergebe ich 7/10 Punkte, aber als Death Nothe süchtiger Fan kann ich nichts anderes als 8/10 Punkte vergeben ;-). Bevor ich dann aber eine Empfehlung ausspreche sollte sich aber jeder unabhängig dieser Kritik sein eigenes Urteil bilden. Aber an dem Manga Geniestreich von Tsugumi Ohba und Takeshi Obata kommt der Film natürlich nicht ran.
* Live Action Manga= Manga Realverfilmung
** Kira= Eine Ableitung des Wortes Killer. Das ganze ist ein Wortspiel . Wenn ein Japaner das Wort Killer (im japanischen Koroshiya) ausspricht hört sich das ungefähr so an wie Kira.