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„Zickenterror – Der Teufel ist eine Frau“ ist strenggenommen auch nur im Zuge der Welle an Teeniekomödien entstanden – aber dafür überraschend gut.
Aus dem Off beginnt Wayne (Steve Zahn) zu erzählen wie er und seine beiden besten Freunde J.D. (Jack Black) und Darren (Jason Biggs) aufwuchsen. Dabei teilen sie ihre Liebe zu Neil Diamond und Dosenbier. Der Anfang ist zwar grober Humor, aber doch recht witzig: Kantinenprügeleien unter Kindern, Jason Biggs als Cheerleader etc.
Im erwachsenen Zustand sind die drei geistig auch nicht sehr viel reifer geworden. Sie spielen in einer Neil Diamond Coverband, ihre Jobs sind nicht die allerbesten und bei den Frauen haben sie auch wenig Erfolg. Trotz der Mitwirkung von Jason Biggs haben die Hauptfiguren ihre Highschool bereits absolviert, aber auch das Erwachsensein kann für groben Slapstick sorgen: Wenn J.D. mit unfähigen Praktikanten bei seinem Arbeitgeber protzen will oder Wayne gegen einen wildgewordenen Waschbären kämpfen muss, muss man einfach lachen.

Doch so langsam wird’s Zeit für den Ansatz einer Story und so tritt Judith (Amanda Peet) auf den Plan. Darren und die unterkühlte Schönheit beginnen eine Beziehung, doch Judith tyrannisiert den unter Torschlusspanik leidenden Darren, der sich alles von ihr gefallen lässt – vom Sexentzug bis hin zur Verbrennung seiner Neil-Diamond-Alben. Als sie ihm auch noch den Umgang mit Wayne und J.D. verbietet, ist eines klar: Judith muss aus Darrens Leben verschwinden – um jeden Preis...
Auch wenn Jason Biggs angeblich von seinem „American Pie“ Image wegwill, so zeugt seine Rollenwahl nicht von diesem Wunsch. Auch die Figur des Darren Silverman ist ein liebenswerter Tollpatsch der Marke Jim aus „American Pie“. Doch „Zickenterror“ umschifft die Gefahr des Abklatsches, indem man sich auf die talentierten Komiker Steve Zahn und Jack Black (wer Black in „High Fidelity“ gesehen hat, weiß was ich meine) konzentriert.
Dabei ist die Story von „Zickenterror“ ebenso zweitrangig wie in anderen Vertretern des Genres. Sonderlich spannend ist das Geschehen zwar nicht, aber dafür nett erdacht. Vor allem Kleinigkeiten (z.B. wenn R. Lee Ermey sein „Full Metal Jacket“ Image parodiert) wissen zu gefallen. Zudem ist „Zickenterror“ eine einzige Liebeserklärung an die Musik von Neill Diamond. Ebenfalls witzig: Das Happy End, welches andere typische Hollywood Happy Ends parodiert.

In der Humorhinsicht kann „Zickenterror“ Genregrößen wie den „American Pie“ Filmen oder „Road Trip“ nicht ganz das Wasser reichen, aber trotzdem ist der Film recht witzig. Über einige Gags kann man zwar eher schmunzeln als beherzt lachen, aber einige Slapstickeinlagen sind zum Brüllen komisch. Auch die sympathischen Darsteller und ihre Parodien auf bestimmte Personentypen (in erster Hinsicht Black und Zahn als Vorzeigeprolls) können überzeugen.
Die Darsteller sind allesamt recht talentierte Komiker, was auch viele ihrer bisherigen Filme zeigen. Steve Zahn und Jack Black geben wirklich liebenswerte Nullnummern ab und Jason Biggs ist einfach für die Rolle des sympathischen Losers geboren. Amanda Peet ist als „Evil Woman“ (so der Alternativtitel) ebenso komisch wie durchtrieben und sexy.

„Zickenterror“ ist eine nette Komödie, die zwar versucht auf der Comedy-Welle mitzuschwimmen, aber einen sympathisch-witzigen Spaß abgibt.

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