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Psychotica", das neueste Werk aus der Independent Filmschmiede JS-Movie, ist ein absolut außergewöhnlicher Film, der seinesgleichen sucht.

Eine junge Frau wird Opfer eines durchgeknallten Medizinstudenten, der an ihr ein neuartiges Serum testet. Das Serum lässt sie verschiedene realistische Visionen erleben, in der sie auf grausame Weise umgebracht wird. Am Ende der Experimente stellt der sadistische Wissenschaftler die junge Frau vor die Wahl, durch welche der erlebten Visionen sie real sterben will...

Schon die äußere Aufmachung der DVD wirkt überzeugend und profesionell. Die DVD wird in einer vom Künstler Thomas Everhard gestalteten Hardbox geliefert, die ein echter Hingucker ist und neugierig macht. Ungewöhnlich für eine Independent Produktion ist, dass die DVDs in einem professionellen Presswerk produziert wurden. Der Erstdruck geht dabei mit einer Gesamtauflage von 1000 Stück an den Start, wobei jedes Exemplar mit Nummer auf der Buchhülle vermerkt ist. Ich habe z.B. die Nummer 23 ergattert!

Die DVD besticht durch brilliante Bildqualität und hat neben dem 60minütigen Hauptfilm sage und schreibe 90 Min! Bonusmaterial mit an Bord und alle JS-Movie Fans wird´s freuen, dass auch Sebastian Radtkes frühe Werke "Bloody Dawn" und "Das Grab" als kostenlose Zugabe dabei sind!

Aber nun zum eigentlichen Film: Ich denke mal, es ist das Härteste, was JS-Movie je gedreht hat und der Gore-Fan kommt voll auf seine Kosten. Schon die erste Todes-Vision ist ein wahres Schlachtfest. Darstellerin Carolin Meyer liegt mit aufgeplatzten Gedärmen blutüberströmt auf den Boden. Doch dem wahnsinnigen Killer reicht das noch nicht aus und er erstickt die Wehrlose auf brutale Weise mit einer Plastiktüte. Nach jeder Todesvision wacht Carolin Meyer im Labor des irren Medizinstudenten (Kay Petzold) erschreckt auf und wird über den weiteren Verlauf des Experiments unterrichtet, bevor sie wieder in den nächsten brutalen Albtraum geschickt wird, in dem sich die ganze sadistische Phantasie des durchgedrehten Wissenschaftlers manifestiert. So bekommt sie z.B. eine Gasmaske aufgesetzt, die über einen Schlauch mit einer Giftgasflasche verbunden ist, deren Ventil sich in exakt 3 Minuten öffnen und das tödliche Gas in die Maske strömen lässt. Carolin bleibt nichts weiter übrig als hilflos auf den nahenden Tod zu warten und dem Timer dabei zuzuschauen, wie er gnadenlos die 3 Minuten runterzählt, bevor das Gas freigesetzt wird.

Regisseur Sebastian Radtke versteht es dabei, die Spannung und das Entsetzen bis zum Unerträglichen zu steigern, wobei er geschickt dramatische und ruhige Erzählelemente miteinander verknüpft und dem Zuschauer auf eine emotionale Achterbahnfahrt schickt. Auf jeden Fall sollte der Zuschauer über einen stabilen Magen verfügen, denn der Film bietet jede Menge Szenen mit brutalen und erschreckend realistisch wirkenden Ekeleffekten, die einem unwillkürlich den Hals zusammenschnüren, wenn sich z.B. Kay Petzold, die in seiner Haut steckenden Angelhaken, mit dem man ihn an einer Wand befestigt hat, herauszieht. Überhaupt muss man sagen, dass die Darsteller sehr überzeugend agieren und ein wahrer Glücksgriff sind. Übrigens ist in "Psychotica" der Regisseur selbst in einer kleinen Nebenrolle zu sehen und erleidet ein brutales Schicksal in einem Schlachthof.

Zu erwähnen ist noch, dass der Soundtrack des Films von einer Reihe bekannter professioneller Musiker komponiert und produziert wurde, was für einen Independent Film äußerst ungewöhnlich ist, aber vor allem für den hohen Anspruch des Regisseurs an sein Werk spricht und den Film aus der Masse von Produktionen heraushebt. Ich denke, es ist nicht zu viel gesagt, wenn man den Film als einen zukünftigen Klassiker des Genres bezeichnet, den man ohne Probleme mit Kultfilmen wie "Premutos" vergleichen kann. Von mir gibt´s eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!!!

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