Dragon Tiger Gate, eine Hongkong Comic-Adaption, der schlechteren Art.
Normalerweise würde ich jetzt mit einer kurzen Inhaltsangabe beginnen. Doch irgendwie finde ich bei diesem Streifen keinen richtigen roten Faden.
Ich weiß nur, dass es um zwei Brüder geht, wobei einer der beiden, der auf den Namen Tiger (Nicholas Tse) hört, die Kung fu Schule "Dragon Tiger Gate" besucht. Der andere mit dem wirklich außergewöhnlichen und so Eastern-Untypischen Namen Dragon (Donnie Yen), lebt bei irgendwelchen Triaden und dadurch entstehen dann irgendwelche Konflikte.
Das Intro beginnt gleich mal als Manga. Wobei auch der Rest des Films irgendwie ständig dran erinnert, dass er eine Comicvorlage besitzt. Denn erstens wird er in ziemlich grellbunten Farben gehalten, was zwar Geschmackssache ist, mir aber trotzdem ganz gut gefallen hat. Und zweitens die Martial Arts-Szenen, die sind zwar schon einwandfrei Choreographiert worden, besitzen aber für meinen Geschmack zu viel Wirework und CGI-Effeckte. Ich steh halt mehr auf Handgemachte Kung Fu Action ala Jackie Chan oder dergleichen. Außerdem könnten es etwas mehr sein. Vielleicht auch ein Grund für den ein oder anderen Leerlauf.
Trotz der nicht allzulangen Laufzeit, besitzt "Dragon Tiger Gate" viel zu viele Längen. Der Streifen hat keinen richtigen Spannungsaufbau zu bieten. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Protagonisten einfach viel zu blass während des ganzen Geschehens bleiben. Und, so scheint es mir, als sei die Story aus mehreren Einzelgeschichten zusammengeschnippselt worden. Dadurch wirkt der Film viel zu Überfrachtet. Einen kleinen Pluspunkt gibts dann aber doch noch und zwar, wird auf den typischen Hongkong-Humor verzichtet, was auch mal ganz gut tut.
Wie vorhin schon erwähnt, Darstellerisch wird hier nicht sehr viel geboten.
Vor allem bei Donnie Yen (Sha Po Lang, Shanghai Knights) wunderts mich, da er schon einige bessere Leistungen erbracht hat. Vielleicht hatte er auch einfach keinen Bock die Rolle zu spielen, was wiederum in meinen Augen sehr verständlich wäre. Denn irgendwie könnte man meinen, er spielt jemanden, der in der Midlife-Crisis steckt. Durch die ganzen Kindheitserinnerungen, die er andauernd hat, die aber wiederum die Geschichte nur seltenst voranbringen. Und der komische Haarschnitt passt wohl auch eher zu einem 15 - 25 Jährigen, als zu ihm. Störend empfinde ich dann auch noch seine deutsche Übersetzungsstimme, die passt nicht wirklich zu ihm.
Nicolas Tse (New Police Story, Enter the Phoenix) konnte auch schon besser überzeugen als hier, was man vor allem in Time and Tide bewundern durfte.
Eine kleine Überraschung hat der Streifen aber doch zu bieten. Und zwar kann man mal wieder Yuen Wah (Police Story 3, Shanghai Police) bewundern, den viele sicherlich noch aus früheren Easternklassikern kennen. Er betreibt die "Dragon Tiger Gate" Kung Fu Schule.
Alles in allem muss man sagen, dass bei der Masse an Filmen, die uns im Moment aus Asien erreichen, es eigentlich ganz logisch ist, dass auch schlechtere dabei sind.
Ich bleibe trotzdem weiterhin großer Fan des asiatischen Actionkinos. Dann werden halt wieder die schönen alten Streifen rausgekrammt.
Ich gebe Dragon Tiger Gate gerade noch 4 von 10 Punkten. Und empfehle eher, wenn man auf neues Hongkong-Kino steht, solche Knaller wie Dragon Squad, Sha Po Lang, New Police Story oder oben genannten Time and Tide und und und.