Ich wusste nicht wirklich was ich denken sollte, als ich gelesen habe das New Line Cinema eine DTV Fortsetzung einer meiner Lieblingsfilme realisieren will: The Butterfly Effect. Da ich keine Filme von vornherein schlecht machen will hab ich also geduldig auf die Veröffentlichung der DVD gewartet und tada: Seit diesen Tagen halte ich sie endlich in meinen Händen.
Story: Es sollte ein schöner 24jähriger Geburtstag für Julie werden. Mit ihrem Freund Nick und den gemeinsamen Freunden Trevor und Amanda verbringen sie einen schönen Tag an einem See. Alles ist perfekt, bis Nick von seinem Chef angerufen und zu einem Meeting berufen wird. Doch auf dem Rückweg platz der Reifen von Nicks Auto. Gerade noch zum Stillstand gekommen rast ein Truck auf das Auto zu und Julie, Trevor und Amanda kommen auf tragische Weise ums Leben. Es vergeht ein Jahr bis Nick merkt das er eine besondere Gabe hat: Mit Hilfe von alten Fotos kann er in die Vergangenheit reisen und versuchen sie zu ändern. Doch das ist gar nicht so einfach…
Mit „The Butterfly Effect“ haben Eric Brass und J. Mackye Gruber im Jahr 2004 einen Überraschungshit gelandet, welcher mittlerweile sogar einen kleinen Kultstatus genießt. Nun 2 Jahre später versucht sich Regisseur John R. Leonetti an einem Sequel zum Ashton Kutcher Hit. Für eine Direct-to-Video Produktion ist der Film überraschend gut gelungen, auch wenn er nicht mit dem geniale Vorgänger mithalten kann. In den doch sehr kurzen 82 Minuten erzählt er Film im Prinzip die gleiche Geschichte: Der Hauptdarsteller verliert seine große Liebe und versucht nun die Vergangenheit zu ändern, macht die ganze aber immer noch schlimmer. Zwar nicht gerade innovativ, aber dennoch überaus kurzweilig und ohne größere Längen.
Das man in einem solchen Film nicht nach Logik suchen soll ist allgemein bekannt und fällt daher auch nicht allzu stark ins Gewicht bzw. trübt den Filmgenuss in keinster Weise. Was mir persönlich aber ins Gewicht fällt ist die fehlende Härte der Vorfälle. Geriet Ashton Kutcher im ersten Film noch in die krassesten Situationen, fehlt hier der sado-masochistische Grundton von Teil 1. Aber das auch schon der größte Minuspunkt an dem Film. Bezüge auf den Vorgänger gibt es so gut wie keine. Lediglich bei einer Internetreserche stößt Nick auf einen Artikel über Jason Treborn, dem Vater von Ashton Kutchers Charakter.
Die Darsteller spielen auf solidem Niveau und sind weitestgehend unbekannt. Nur „Julie“ - Darstellerin Erica Durance dürfte einem größeren Publikum durch ihre Rolle als Lois Lane in „Smallville“ bekannt sein. Hübsch anzusehen darf sie sich sogar von Hauptdarsteller Eric Lively in einer wilden Sexszene richtig durchnehmen lassen. Eines der Highlights des Filmes. Eric Lively spielt gut, aber ihm fehlt die Ausstrahlung eines Ashton Kutchers. Nicks bester Freund ist Trevor, dargestellt von Dustin Milligan. Auch er bewegt sich auf solidem Niveau, hat aber keine persönliche Note.
„The Butterfly Effect 2“ hebt sich wohlwollend von den restlichen DTV-Sequels der letzten Zeit wie den sterbenslangweiligen „Hollow Man 2“ ab. Auch wenn der Film nicht nötig gewesen wäre, unterhält der Film ungemein und bietet einen spannenden Filmabend. 8/10 Punkte