Läßt die ruppige Anfangssequenz noch einen gediegenen Actionkrimi erhoffen, entpuppt sich "Body Weapon" bald als konzeptloser Fetischfilm. Hier stimmt fast nichts: Die Anteile Erotik/Action/Liebesgeschichte sind zeitlich nicht ausgewogen und zudem auch noch unpassend verteilt (3 min. Action, 30 min. Liebe, 4 min. Sex, 5 min. Action usw.), die Erotikszenen erscheinen arg RTL-mäßig, die Kampfgeräusche sind bei Bud Spencer auch nicht viel schlechter, und was soll überhaupt diese abstruse Geschichte?
Hier sollte wohl "Neues erotisches Hongkong-Kino" entstehen. War aber nix. Allein wie verkrampft Angie Cheung im Endkampf ihre Brüste verdeckt hält (und wie schnell sie immer ihre Unterwäsche wieder anhat), macht den Film nur lächerlich. Ihr steht hier allerdings ohnehin eher die typische "Kreisch, rette mich"-Rolle zu (obwohl ihre Ausbildung zur Polizistin wohl auch Kampftraining beinhaltet haben dürfte). A propos kämpfen: Die Fights sind ansehnlich, haben aber mit dem auf der Hülle erwähnten Jackie C. nichts zu tun.
Es liegt wohl kaum daran, dass ich die ca. vier Minuten kürzere Version gesehen habe: Dieser Streifen läßt sich - abgesehen von den Kampfszenen - nur ertragen (und eventuell noch einmal ungeschnitten sehen), weil er schön gefilmt ist, weswegen ich ihm einen Punkt gebe. Einen weiteren für die Hauptdarsteller, die größtenteils gute Arbeit leisten. Und vielleicht noch einen, weil es so viele viel schlechtere Filme gibt (sofern dies, dieses Thema bleibt vorerst ungeklärt, überhaupt ein Kriterium sein kann).
Für Fetischfreaks (Vaginalspülung, Männerbeinrasur) und Freunde des gediegenen Softpornos gibt es dann wohl jeweils noch einen Punkt.