Grand Theft Autopilot
Ein junger Mann meint, die Welt behandele ihn nicht fair und er bekommt nicht die Chancen, das Geld, den Ruhm den er verdient. Es muss sich etwas ändern. Warum dann nicht irgendwo zwischen Bankräuber, Revoluzzer und Terrorist sein (Un-)Glück erzwingen? Erst recht wenn man eine zuckerheisse Demi Moore als Freundin auf dem Beifahrersitz hat?!
Wisdom ohne Weisheit
Emilio Estevez hat bei „Wisdom“ fast alles auf eine Karte gesetzt - Star, Regisseur, Schreiber. Er ist hier alles in einem - und scheinbar heillos überfordert. Oder Visionär. Oder überambitioniert. Ganz wie man's sehen will. Apropos sehen: Gesehen habe ich „Wisdom“ auf einer durchgenudelten VHS, was gleichzeitig abstoßend wie faszinierend war, aber irgendwie zu diesem Kleinod und Unikum passt. Trotzdem sollte er nicht im Kassettenzeitalter hängenbleiben und verdient längst ein neueres Medium. Zwischen 70er-Paranoiakino und 80er-Bratpack kommt „Wisdom“ mit seiner ganz eigenen Fahrweise daher. Zickzack und durch das Auge in die Brust. Und diese Route muss man erstmal verdauen und checken. Namen sind hier Programm. Stars sind hier Regisseure. Drehbücher trauen sich hintenraus auch mal komplett zu versanden und zu versagen. Kreativlos und mutlos ist das keineswegs. Zwischen Träumen, Gewalt und Selbstüberschätzung. Im Film aber auch dahinter. In vielerlei Hinsicht auch ein Vorläufer von „Falling Down“ bis „Joker“. Aber mit mehr Unzulänglichkeiten und Kanten. Vanityprojekt. Kaum Chemie zwischen Estevez und Moore. Auf der Flucht und endlich voll im Leben. Bonnie & Beinkleid. Natural Torn Killers. Träumer, Outlaw, Verlierer. Wenig echte Highlights und Actionszenen. Spannung ebenso etwas Fehlanzeige. Etwas typisch-oberflächliche Gesellschaftskritik. Ein Ende, das man durchaus lächerlich und für totalen Quatsch oder gar Mittelfinger halten kann. Und das ist bei den starken Ansätzen dann doch recht schade…
Ein Kampf nach dem anderen
Fazit: Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Konzept, Coolness, Kriminalität, Coming-of-Age… Hat man alles schon besser gesehen, davor sowie danach. Eine schwitzige sowie eiskalte 80s-Aura kann man Estevez (hier als Alleskönner vor wie hinter der Kamera unterwegs) und „Wisdom“ aber nicht absprechen. Und der exotisch-cheesy angehauchte Score (von Danny Elfman!) hat auch seine Momente.