"Dafür braucht man Einen mit ganz wenig Hirn - einen Idioten!"
Matt Saunders (Luke Wilson) ist genau der Richtige für den Job. Er arbeitet zwar als Projektleiter in einem Architekturbüro und ist mit einem besten Freund gesegnet, der ihm immer "Super-Tipps" bezüglich der Frauenanmache gibt, aber gleichzeitig ist er von umwerfender Naivität und entwaffnender Ehrlichkeit.
Dem Nachdruck seines Freundes, der trotz (oder gerade wegen) seiner Riesenfresse keinen Stich bei den Frauen kriegt, hat er zu verdanken, daß er Jenny (Uma Thurman) in der U-Bahn kennenlernt. Als ihr die Handtasche gestohlen wird, rennt er hinter dem Dieb her - zwar etwas ungeschickt ,aber letztlich erfolgreich - und verdient sich so ein Treffen mit ihr.
Was Matt nicht weiß wurde dem Zuschauer inzwischen in zwei Szenen demonstriert - Jenny ist "G-Girl", eine Superman ähnliche unbezwingbare Superheldin. Leider ist sie in ihrem Sozialverhalten eher das Gegenteil, was dazu führt, daß sie Matt nach dem ersten Kuss erst einmal den korrekten Gebrauch der Zunge erklärt. Matt landet zwar im Bett mit ihr, aber besonders romantisch geht es dabei nicht zu, bedenkt man, daß dabei die halbe Wohnung zu Bruch geht. Aber der liebe Matt ahnt immer noch nichts...
Trotz der Superhelden-Einlagen beginnt der Film wie eine typische romantische Komödie. Da gibt es eben auch noch die Kollegin Hannah (Anna Faris), mit der Matt eng zusammen arbeitet und die eine Beziehung zu einem männlichen Unterwäsche-Model hat. Doch der geneigte Zuschauer ahnt schnell, daß sich da zwei als Freunde bezeichnen, die insgeheim ein größeres Interesse füreinander hegen. Und "G-Girl"-Jenny ahnt das noch schneller...
Was sich wie die übliche Geschichte mit Liebesirrungen und - verwirrungen anhört, ist es auch, nur ins Absurde übersteigert. Ivan Reitman läßt sich auch nicht viel Zeit für irgendwelche Charakterstudien, er treibt die Story schnell voran und schafft so eine Vielzahl teilweiser urkomischer Situationen.
Natürlich steht dabei im Vordergrund die Persiflierung von Superhelden-Geschichten und romantischen Komödien, aber hier gelingt das - anders als zum Beispiel in "Scary Movie" - ohne das man das Gefühl hat, nur einer Aneinanderreihung von Sketchen beizuwohnen. Die Story bietet eine klare Linie und läßt die Szenen gut ineinander fließen. Dabei verzichtet Reitman auf jeglichen primitiven Humor. Der Witz entsteht fast ausschließlich aus den absurden Situationen verbunden mit teilweise originellen Dialogen.
Zu verdanken ist das vor allem Uma Thurman, die herrlich böse und cool ist als beleidigte Superheldin und die keine Probleme hat, ihre Kräfte nur zur eigenen Rachebefriedigung einzusetzen - hier ist dann auch der Höhepunkt des Films erreicht. Auch die anderen Schauspieler agieren eher zurückhaltend, keiner agiert überdreht oder chargierend.
Durch das immer stärkere Aufkommen der Superhelden-Action wird der Film zusehends hektischer und verliert dadurch seinen lange Zeit doch recht subtilen Witz, der sich schöne Seitenhiebe auf die Dämlichkeit von (männlichen) Models, Männer-Sexphantasien ,New Yorker Kunstanspruch, Belästigung von Frauen am Arbeitsplatz usw. leistet, ohne dabei jemals besonders ernst zu werden.
Leider gelingt auch der "Super-Ex" nicht das Niveau bis zum Schluß hochzuhalten. Denn im Grunde ist die Situation für Matt ausweglos mit der Super-Furie auf seinen Fersen, aber das Ganze muß ja irgendwie noch ein versöhnliches Ende bekommen. Dabei verliert die Komödie zwar nicht ihr Gesicht, aber das Ende wirkt doch etwas gewollt und konstruiert und ist bis auf den allerletzten Dialog auch nicht mehr witzig...
Fazit : Absurde Vermischung von Superhelden-Geschichte mit romantischer Komödie, in der fast ausschließlich bekannte Versatzstücke so kombiniert werden, daß dabei eine originelle und witzige Geschichte herauskommt und gleichzeitig die Genres persifliert werden. Aber immer symphatisch, denn nur wer Spaß an Comicgeschichten hat, kann sich eine solche in ihrem Tempo manchmal hektische Performance ausdenken.
Trotz kleinerer Schwächen und einem etwas gewollten Ende habe ich mich köstlich amüsiert und wer (recht männlich geprägte)Superwoman-Fantasien mag und wenigstens einmal den "Weißen Hai" im Wohnzimmer sehen will, sollte sich den Film ansehen (7/10).