Review

Es gibt Filme, die tun einem einfach leid, obwohl man nicht genau sagen kann, wieso eigentlich.
„Die Super-Ex“ zählt sicherlich dazu.

Für ein ordentliches Budget zusammengetrickst und dann an der US-Kinokasse dennoch wie eine Bleiente untergegangen, ist das ein seltener Fall eines Films, dem das Prädikat „DVD-Premiere empfohlen“ praktisch auf die Brust tätowiert wurde.

Und das scheint unverständlicher, da nicht nur das Budget ansehnlich war, sondern die Trickabteilung ordentlichen Aufwand betrieben hat, das Skript durchaus mit Jokes gepflastert ist und dazu noch namhafte Stars verpflichtet wurden.
Und bei alledem: der Film ist nicht mal schlecht. Im Gegenteil.

Dennoch: während des Ansehens hat man eine Art schwereloses Gefühl, als käme einem das irgendwie bekannt vor; als würde man sich amüsieren in dem Wissen, davon niemals satt zu werden; als würde die guten Kumpels „beliebig“ und „belanglos“ trotz des Superheldenthemas aus allen Fenstern winken.

Dabei trifft hier doch „Superman“ auf eine Art „Verhängnisvolle Affäre“ und dreht beides durch den Kakao, wenn Luke Wilson unwissentlich die Tarnexistenz der städtischen Superheroin G-Girl (Uma Thurman) datet, diese sich aber als psychisch bisweilen labil erweist und er sich dann doch in eine Arbeitskollegin verliebt, was natürlich einen von Superkräften unterstützten Rachefeldzug nach sich zieht.

Uma Thurman drückt ordentlich auf die Tube, Luke Wilson grimassiert nach Kräften (und nicht mal schlecht), Anna Faris spielt erfrischend gebremst und dennoch…alles ist irgendwie nett und lustig und amüsant…und dennoch tausendmal gesehen und noch schlimmer, zutiefst vorhersagbar.

Schon nach gut 10 Minuten erahnt man den Ablauf, sobald der Superschurke antritt und die G-Girl-Backstory durch ist, weiß man, wie der Film ausgeht und wenn Folgerichtigkeit bei Annahmen Qualität beweist, ist „Die Super-Ex“ Spitzenklasse.

Wie gesagt, der Film ist nicht schlecht: er beschert einem 90 amüsante Minuten mit Tempo, Jokes und flotten Dialogen, mit guten Effekten und Superhelden-In-Jokes (und nicht wenige davon haben mit Sex zu tun), aber sobald der Film vorbei ist, wird die Erinnerung leider Gottes relativ schnell vergehen. Das ist schade, denn viele teure Hollywood-Produkte sind wesentlich schlechter in der Qualität, aber vielleicht hätte man nicht nur Erwartungen erfüllen sollen, sondern „beyond expectations“ anstreben.

Mann und besonders Frau sollte sich damit aber ruhig einen netten Abend machen, obwohl „Super-Ex“ erst auf DVD die Welt retten wird, weil niemand das Gefühl haben wird, er MÜSSTE diesen Film im Kino sehen. In der Leihe ist er jedoch was für die ganze Familie und da kommt die Überall-Kompatibilität richtig zum Tragen. (6/10)

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