Es gibt wohl keine Filmgattung, die es auf so vielfältige Art und Weise schafft, immer wieder ein und das selbe Thema zu erzählen, wie die Romantic Comedy. Da gibt’s mal den verlassenen Mann, der seiner Ex nachtrauert, dann die verlassene Frau, die ihrem Ex nachtrauert, dann haben wir noch die Frau, die in den besten Freund verliebt ist, den Mann, der in einen Filmstar verliebt ist, und, und, und… Ja, und jetzt ist diese Filmgattung um eine weitere Variation bereichert worden: Den Mann, der sich in eine Superheldin verliebt hat… Und diese neue Variation kann man tatsächlich als – zumindest ansatzweise – innovativ bezeichnen.
Zunächst erscheint Jenny Johnson (Uma Thurman) noch als harmlose, aber durchaus reizvolle graue Maus. Genau das richtige „Jagdobjekt“ für Matt (Luke Wilson), der schon lange keine Beziehung mehr hatte. Nach anfänglichen Problemchen kann Matt Jenny schließlich zu einem ersten Date überreden und es dauert nicht mehr lange bis die beiden eine scheinbar glückliche Beziehung führen. Doch dann stellt sich heraus, dass Jennys zweites Ich die Superheldin G-Girl ist, und sie darüber hinaus Sozialverhalten auch nicht gerade als eine ihrer Stärken bezeichnen kann. Kurzerhand macht Matt Schluss und bändelt mit seiner Kollegin Hannah (Anna Faris) an, doch dabei hat er die Rechnung nicht mit G-Girl gemacht, die jetzt ihren unbändigen Zorn auf Matt vereint und ihre Kräfte gegen ihn wirken lässt…
Was wir somit in „Die Super-Ex“ geboten bekommen, ist viel mehr als nur eine reine Neu-Variation des beliebten Romantic Comedy-Themas. Ivan Reitman bereitet aus diesem Thema und einer Persiflage auf Superhelden-Filme eine Melange, die eine weitaus breitere Zielgruppe ansprechen dürfte als eine 08/15-Romanze. Ja, „Die Super-Ex“ ist ein Film für Mann und Frau! Die Frau darf sich sicher in romantischen Emotionen geborgen fühlen, darf Uma Thurman in ihrer Rolle als herrisches G-Girl sogar ein wenig hassen und Anna Faris dafür vergöttern, wie niedlich sie doch ist. Sie darf Luke Wilson dann auch ein bisschen bemitleiden, denn schließlich hat er das alles doch gar nicht verdient und darf sich letzten Endes dann (wieder einmal) mit dem Taschentuch die Tränen von den Wangen wischen, weil ja dann am Ende doch alles wieder gut ist… Und der Mann, ja, der Mann darf sich daran erfreuen, dass Filme, die ihm – und nur ihm – gefallen, mal herrlich auf die Schippe genommen werden, darf über Seitenhiebe auf Superman und Co. lachen und ganz nebenbei Uma Thurman anbeten, weil sie in ihrer herrischen, kühlen Art als G-Girl vor Sex-Appeal nur so strotzt. Und als Sahnehäubchen bekommt er auch noch eine Portion Action und einige Special Effects geboten.
Glücklicherweise verkommt das alles nicht zu einer stupiden Aneinanderreihung von stumpfen Gags, sondern brilliert durch intelligente Dialoge und urkomische, absurde Situationen, sodass man sich eigentlich nie in einer der vielen stumpfsinnigen Klamotten des Genres wähnt. Und nichtsdestotrotz bleibt da ein fader Beigeschmack bestehen, bedient sich Reitman doch nicht nur der gängigsten Versatzstücke des Superhelden-Films, um diese zu persiflieren, er biedert in der romantischen Parallelhandlung auch dadurch an, dass er die Klischees des romantischen Films bedingungslos bedient.
Doch der Eindruck, gut unterhalten worden zu sein, überwiegt auf jeden Fall. „Die Super-Ex“ ist eine erfrischende Bereicherung des RomCom-Genres, die vor allen Dingen durch ihre herrlich absurde Rahmenhandlung ordentlich punkten kann. Sicherlich nichts, was einen Kino-Besuch zwingend erfordern dürfte, aber in der Videothek darf dann ruhig mal der Griff zu dieser Scheibe getätigt werden! 7/10