Review

FSK ab 30

Über Anthony Minghellas Filme liess sich schon immer vortrefflich streiten. Das hat wohl auch schon die Redaktion der "Cinema" gemerkt, die seinen Streifen "Der englische Patient" in Grund und Boden schimpfte (meiner Meinung nach zu Recht) und bei der nächsten Oscarverleihung feststellen musste, dass man das auch grundsätzlich anders sehen kann (der Film hat irgendwo zwischen 6 und 8 Awards bekommen, müsste ich nachlesen)

"Breaking and Entering"  ist  wohl auch so ein Fall.  Jude Law gibt eine der besten Vorstellungen seines Lebens,  Robin Wright Penn und Juliette Binoche hätte man besser nicht wählen können und selbst die Nebenrollen sind mit Martin Freeman und Ray Winstone souverän besetzt.
Der Film ist leise und bedächtig (was der hervorragende Underworld-Soundtrack bis zum "Sigur Ros Abpann" gekonnt unterstützt), die Bilder sind (bei Minghella nicht anders zu erwarten) grossartig und das Erzähltempo der Geschichte angemessen. Der Film ist fesselnd und in keiner Sekunde langweilig.
Apropos Geschichte. Man muss es einfach mal aussprechen: Nicht jede Thematik ist für jeden Zuschauer geeignet. Entfremdung, autistische Kinder, chancenlose Einwanderer, innere Konflikte oder der verzweifelte Schrei nach Liebe, können den Zuschauer berühren oder auch nicht. Das hat noch nicht einmal was mit intellektueller Auffassungsgabe zu tun, sondern manchmal nur mit dem Alter oder selbst erlebten Situationen.

Deshalb mein Tipp in Kurzfom:
Schauen Sie diesen Film nicht, wenn sie nicht mindestens das Dreissigste Lebensjahr erreicht haben. Und "Hautnah" von Mike Nichols sollten sie dann eigentlich auch erst beim perfekten "Damien Rice-Abspann" einschalten.

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