Review

Kultregisseur Stanley Kubrick hat sich in fast jedem Genre ( ausser Action ) versucht und legte jedes Mal einen Klassiker hin. Auch mit seinem Antikriegsfilm " Full Metal Jacket " inszenierte er einen der besten und schonungslosesten Filme in diesem Genre. Vor allem sind Kubrick´s Filme völlig anders, er hat seinen eigenen Stil um hier mit dem sinnlosen Krieg abzurechnen, ohne dabei die Realität aus den Augen zu verlieren. Um das auch zu vollbringen, schrieb er selbst das Drehbuch, nach der Kurznovelle " The Short Times ", welche von Gustav Hasford damals erarbeitet wurde. Ich selbst bin absolut kein Fan dieses Genres, doch " Full Metal Jacket " muss man gesehen haben, man muss es erleben und dann selbst urteilen, ich find ihn großartig.
Story:
Der junge Joker ( Matthew Modine ) tritt seinen Dienst bei der Marine an. Die Grundausbildung unter dem knallharten Sgt. Gunny Hartman ( R. Lee Ermey ) ist die Hölle, doch er steht es durch und landet beim Nachrichtendienst. Doch auch diese Welt gefällt ihm einfach nicht und so wird er für die Zeitung " Stars and Stripes " an die Front geschickt. Dort trifft er seinen alten Kumpel Cowboy ( Arliss Howard ) wieder. Nun erlebt Joker endlich richtig die Brutalität und die Sinnlosigkeit des Krieges. Selbst sein sonniger Charakter beginnt sich zu verändern.

Dieser Film ist ein einschneidendes Erlebnis, darüber lässt sich nicht streiten. Überhaupt ist Kubrick´s Stil hier einmalig und er teilt den Film in zwei Abschnitte auf. Einmal die harte Grundausbildung und danach verfolgen wir Joker bei seinem Werdegang.
Vor allem kommt man gleich zur Sache, die Soldaten bekommen den Kopf rasiert und werden Hartman zum Fraß vorgeworfen, welcher die jungen Rekruten ordentlich in die Mangel nimmt. Sie werden jeglicher Rechte beraubt, auf die fieseste Art beschimpft und gedemütigt. Dabei gibt der Drill Sgt. Schimpfwortkombinationen von sich, dass selbst die heutigen Hip Hop Sänger blass dagegen aussehen. Obwohl das eigentlich überhaupt nicht lustig ist, wird der Zuschauer zum Lachen animiert, denn so etwas hat man zuvor noch nie gesehen, oft kopiert, aber es wurde nie erreicht. Aber dieser Abschnitt endet mit einem harten Schlag in die Magengrube, bevor wir dann zum eigentlichen Krieg kommen. Die amerikanischen Soldaten bekommen hier ganz schön ihr Fett weg. Die Zeitschrift " Stars and Stripes " lügt ihren Lesern was vor, es werden wehrlose Kinder und Frauen erschossen und man reißt noch Witze darüber, daneben vögelt man alles was man in die Finger kommt und gibt zu guter Letzt noch dämliche Sprüche zum Besten. Überhaupt versucht Joker den Krieg nicht ernst zu nehmen, doch gegen Ende wird er eines besseren belehrt und sein Charakter macht eine entscheidende Veränderung durch.
Die Gefechte wurden von Kubrick 1A in Szene gesetzt. Es wird aus allen Rohren gefeuert, viele Soldaten sterben, dazu die sehr blutigen Einschüsse meist in Zeitlupe. Hier ist Keiner ein Held und der kleinste Fehler wird mit dem Tod bestraft. Die vielen Explosionen und Sachschäden sind bombastisch und alles wirkt so bedrohlich. Den ganzen Film schaft es Kubrick eine hohe Spannung aufzubauen und diese auch zu halten.
R. Lee Ermey als Gunny Sgt. bekam verdient den Oscar für seine grandiosen Auftritte. Er bleibt dem Zuschauer auf jeden Fall im Gedächtnis. Aber auch alle anderen Darsteller liefern ein perfektes Schauspiel ab. Matthew Modine war eine sehr überzeugende Wahl für die humorvolle Figur des Joker. Adam Baldwin gibt den schießwütigen Rambo und Vincent D´Onofrio als gebeutelter Pauler ist auch eine Erwähnung wert.

Fazit:
Ein must see in diesem Genre. Schonungslos, einmahlig und genial. Sehr realistisches Szenario mit perfekten Darstellern. Man könnte das Grauen des Krieges fast nicht packender erzählen. Nicht nur die äußerst blutigen Einschüsse stellen hier die Brutalität dar, sondern die Psychologie und was man aus einem Menschen alles machen kann, wie man ihn zu einer Tötungsmaschine abrichten kann. Unbedingt anschauen und selbst urteilen.

Details
Ähnliche Filme