Review

Eine Geschichte über die Zwischenwelt. Eine, in der sich mittlerweile auch Regisseur Timo Rose befindet, - filmqualitativ betrachtet. Er hat die niederen Gefilde der Bereiche Krekel und Bethmann hinter sich gelassen, erreicht aber noch nicht das Niveau eines Ittenbachs.
So ist sein „Moonlight Mountain“ visuell recht ansprechend ausgefallen, nur die Story wird zu bruchstückhaft erzählt, es fehlt schlichtweg ein greifbarer Kontext der Geschichte.

Zunächst ist man als Zuschauer genauso ratlos wie die Protagonisten, die offenbar einen Filmriss erlitten und nach einigen Stunden ohne Erinnerung in einem Raum aufwachen. Auch Ben widerfährt dieses Schicksal, eben noch stritt er mit seinem Bruder, kurz darauf erwacht er in einer einsamen, düsteren Landschaft. Im Verlauf werden die zunächst unabhängig voneinander agierenden Parteien vereint und man muss sich Warnungen Fremder anhören, aber auch gegen Untote antreten.

Leider ist es Rose nicht gelungen, seiner Geschichte einen verständlichen Rahmen zu verpassen, so dass ein Mitfiebern zumindest in Ansätzen ermöglicht wird.
Klar, diese karge, mit CGI noch düsterer gestaltete Landschaft soll die Zwischenwelt sein, ein Ort zwischen Leben und Tod. Aber wer ist dieser stets flüsternde Parkplatzverwalter, wer der Kettenraucher und welche Funktion hat die Frau, die mit ruhigen Worten zu den Leuten spricht? So ganz wird das im Verlauf nicht klar. Man erfährt nicht so recht, woher die Zombies kommen, ob der Teufel oder ein Dämon ihre Seelen will, warum ständig die Radiofrequenz wechselt oder was diese schwarzen Alienwürmer zu bedeuten haben. Alles ein wenig wirr.

Dabei gibt sich Rose zumindest mit der Gestaltung der Außensets Mühe, schiebt im Nachhinein noch etwas Nebel und Blaufilter über die Bilder und erzeugt damit eine zuweilen fast bizarr surreale Stimmung, die sicherlich gewollt ist. Leider wird diese durch den kargen Raum einer Art Fabrikhalle wieder genommen, in dem sich längere Zeit vier Personen aufhalten. Zu lange überwiegen Dialoge, ohne dass etwas Tempo aufkommt.

Mit dem Erscheinen der beiden ersten Zombies ist das auch nur so ein Intermezzo. Die bekommen zwei ordentliche Kopfschüsse verpasst und dann ist erstmal Ruhe. Erst viel später tauchen weitere Zombies auf, doch bis dahin erscheinen immer wieder namenlose Fremde, die versponnen etwas von einer Entscheidung faseln. Zu diesem Zeitpunkt weiß man ja noch nicht, wie das gemeint ist, denn die Aufklärung behält sich Rose für die letzten fünf Minuten vor. Auch hier sind filmtechnisch gute Ansätze erkennbar, wenn in kurzen Rückblenden, die Aufgabe der „Unfreiwilligen“ erklärt wird, - da mag ich dem Rose sogar zugestehen, sich im Vorfeld Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht zu haben.

Der Fairness halber sollte man den Splatterfreunden jedoch mitteilen, dass es doch ein paar recht ansehnliche Effekte zu bewundern gibt. Man bekommt zwar lediglich eine kurze Fressszene geboten, dafür aber jede Menge blutiger Einschüsse, es fliegen Schädelteile durch die Gegend, klatschen Innereien an die Wand und ein Körper wird mit dem Hackebeil bearbeitet. Wenn es zu Konfrontationen mit den Zombies kommt, steckt Rumms dahinter, die Schnitte sind ordentlich, die Kamera filmt sauber, was sich besonders in einer Szene zeigt, in der sich eine Frau mit diversen Tritten gegen einen Untoten zur Wehr setzt.

Im darstellerischen Bereich spielt sich das gar nicht mal so laienhaft ab, wie die unbekannten Namen zunächst vermuten ließen. Es fällt allerdings auf, dass sämtliche Herren deutlich überzeugender sind, als die drei mitwirkenden Damen. Mag sein, dass dies an der unterschiedlich gewichteten Rollenverteilung liegt, da die Ladies nicht allzu viel zu sagen haben.
Was fällt noch auf? Die Musik. Okay, es ist nicht wirklich schwer, mit einfachen Mitteln ein paar Klänge zu schaffen, aber hier überzeugt der Score von vorne bis hinten. Streicherbetonte Klänge erzeugen Atmosphäre, rhythmische erhöhen ein wenig das Tempo, da stimmt das Timing ebenso wie bei der generellen Sounduntermalung, die innerhalb einiger Computerbilder recht treffend eingesetzt wird.

Nur, was machen wir mit all den positiven Komponenten, wenn die Story so ungeschickt aufgezogen wird. Überwiegend steht ein „Was soll das alles“ über dem Geschehen und viele Fragen werden nur unzureichend beantwortet.
Und weil einem lange Zeit keine greifbare Handlung geboten wird, ist das Treiben zeitweise öde und langweilig, zumindest bis die Zombies kommen.

Mal wieder gelange ich zu einem Fazit, das sich mit einigen Kritiken kürzlich gesichteter Amateurbeiträge deckt: Kamera, Schnitt, Musik und Effekte ganz solide, doch der große Knackpunkt ist einmal mehr die nicht gut durchdachte Präsentation der Geschichte.
Kann man sich also ansehen, man sollte nur imstande sein, einige Tatsachen als gegeben hinzunehmen.
4 von 10

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