Byung-doo ist ein Kleinkrimineller, er hat ein treues Team aus sechs Männern, dient einem Unterboss, für den er Geld eintreibt und bringt Ende des Monats die eigene Miete nicht auf. Außerdem macht ihm eine verfeindete Gang sein Gebiet streitig und seine Mutter ist im Krankenhaus. Als dem Oberboss ein Rechtsanwalt quer liegt, den sein Boss nicht beseitigen will, wittert er seine große Chance für mehr Sichtbarkeit, einen Aufstieg in der Ganghierarchie und eine „Gehaltserhöhung“. Als sein Schulfreund, der Filmemacher Min-ho, Byung-doo um Insights für sein Gangsterfilmprojekt bittet, ist ihm vor allem eins wichtig: „Sieh zu, dass du unsere Welt realistisch rüberbringst.“
Das kann durchaus als Metakommentar verstanden werden: Regisseur und Co-Autor Ha Yoo orientiert sich mit seinem Film nicht an den üblichen Korea-Actionthrillern sondern eher an Martin Scorseses realistischen Kleingangsterdramen. Hier wird nicht wild in der Gegend herumgeschossen, nein, im Gegenteil: Als bei einer brutalen Gangschlägerei mit Baseballschlägern ein Mann mit einem Messer lebensgefährlich verwundet wird, ziehen beide Banden sofort ab und rufen einen Krankenwagen – bestimmte Grenzen werden hier noch nicht übertreten. Das ändert sich jedoch, spätestens als Min-hos Film herauskommt.
Wer von asiatischen Gangsterfilmen nicht zwangsläufig over the top Action und Brutalitäten erwartet, kann sich in diesem Gangsterdrama über einen Perspektivwechsel auf das „ganz normale“ Kriminellenleben freuen. Alle anderen könnten hier ihren Horizont bezüglich des südkoreanischen Gangsterfilms erweitern.