Zweiter Weltkrieg, Amis gegen Japse - nichts neues, weder historisch noch filmgeschichtlich. John Woo versucht nichtsdestotrotz neue Komponenten dem ewig gleichen Geballer hinzuzufügen. Diesmal in Form von Navajo-Indianern, die in ihrer Sprache codiert sprechen und so für die Japaner unverständlich geheime Informationen zwischen den amerikanischen Truppen austauschen können. Ben Yahzee (Adam Beach) ist ein solcher Funker, und auf dessen Arsch soll Sergeant Joe Enders (Nicolas Cage) gut aufpassen - denn die codierten Funksprüche sind wichtig. Noch wichtiger ist es allerdings Sorge zu tragen daß der Funker mit seinem Wissen nicht den Japanern in die Hände fällt...
Das war's aber auch schon an interessantem Detail. Der Film hängt sich vom roten Faden her an diesem Motiv auf, den Rest kennen wir schon. Und dieser Rest ist das typisch und klischeefreudige Geballer und Gemeuchel zwischen Freund und Feind. Hollywoodgerecht darf auch noch Krankenschwester Rita (Frances O'Connor) sich in Joe Enders verlieben, damit die romantische Pflichtkomponente gewahrt bleibt.
Richtig gut indes ist der Score. James Horner trifft hier die Stimmung stets, auch die Flötenweisen der Navajo-Indianer passen. Doch damit hat sich das passende auch schon: Nicolas Cage ist eine einzige Fehlbesetzung für einen Kriegsfilm, sein Milchbubi-Gesicht künstlich zum wahnsinnigen Kriegshelden gestylt ist lächerlich in jeder Sekunde. Adam Beach mag ein netter Typ sein, ebenso seine Figur Ben Yahzee - aber so dämlich wie er würde sich selbst der blauäugigste Newbie nicht verhalten. Christian Slater ist hier schon fast ein Aufatmen wert: endlich mal jemand der nicht ganz so schlecht platziert wirkt.
Geballer und Explosionen noch und nöcher - ein Kriegsfilm der seinem Anspruch nach einer neuen Story in keinster Weise gerecht wird. Von einem Extrem ins andere fallend kann "Windtalkers" einfach nur langweilen und taugt allenfalls fürs Fernsehprogramm an Heiligabend.
(4/10)