Die Amerikaner beginnen im zweiten Weltkrieg zu verzweifeln, da die Japaner ihre Funksprüche abfangen und alle ihre Codes entschlüsseln können. Deshalb beschließt man, die Navajo-Indianer einen Code basierend auf ihrer Muttersprache entwickeln zu lassen und diesen einzusetzen. Nicolas Cage spielt einen Marine, der einen der Indianer begleiten soll und im Fall einer Gefangennahme dafür zu Sorgen hat, dass der Code geschützt wird.
In Asien stieg John Woo zu einem der gefragtesten Regisseure auf und in den USA lieferte er anfangs auch sehr erfreuliche Werke, so gelang Jean Claude van Damme sein bestes Werk "Harte Ziele" unter der Regie von Woo und mit "Operation: Broken Arrow", "Face off" und "Mission: Impossible 2" ging es für Woo mit gelungenen Action-Produktionen erfolgreich weiter, auch wenn sein persönlicher Stil, den man in seinen asiatischen Produktionen noch sah, mehr und mehr darunter gelitten hat. "Windtalkers" war wohl Woos Versuch, mal über das Niveau eines gut gemachten Actionfilms, bzw. Action-Thrillers hinauszukommen und ein vielschichtiges Kriegsdrama zu liefern. Als Drama funktioniert der klischeehafte und gnadenlos heroische Film leider überhaupt nicht und ironischer Weise sind es mal wieder nur Woos Action-Szenen, die das Werk im Endeffekt gut genießbar machen.
Die Story ist zwar bestrebt, das Kriegsgeschehen möglichst realistisch darzustellen, scheitert dabei aber an den dutzenden Klischees, die leider verwendet werden. Die gute Grundidee, um die Navajo-Indianer, die zur Army berufen werden, aber von allen Soldaten ausgegrenzt werden ist gut, geht aber auch unter, da die Annäherung der verschiedenen Kulturen im Krieg viel zu glatt und vorhersehbar verläuft und, da auch die Charakterkonstruktion viel zu klischeehaft geworden ist und man vor allem bei Cages Figur lediglich das Bild des desillusionierten Marines noch einmal ausgegraben hat, wird John Woo seinem Anspruch bei Weitem nicht gerecht, denn ich bin überzeugt davon, dass er auch ohne Klischees und übertriebenen Pathos ein beschauliches Kriegsdrama in der Art von Ridley Scotts "Black Hawk Down" hinbekommen hätte.
Das Schlachtgetümmel stellt Woo hart und ziemlich realistisch dar und enthüllt so wenigstens stellenweise die Fratze des Krieges. Die Action-Szenen sind, wie man es von Woo kennt, klasse gemacht und perfekt eingefangen, dazu eine passende Hintergrundmusik und die surreal schöne Kulisse von Japan und schon unterhält der Film prächtig, zumal Woo die Action- und Schlacht-Szenen sehr wohlwollend dosiert. Bei den emotionalen und dramatischen Szenen und den Dialogen hält Woo das Tempo ziemlich hoch und unterhält gut.
Nicolas Cage darf nach "The Rock" und "Con Air" endlich noch mal den Helden spielen und macht sich in der Rolle des gebrochenen, aber heroischen Marine sehr gut und liefert eine relativ emotionale Vorstellung ab. Adam Beach, der hier erstmals in einem Spielfilm zu sehen ist, macht sich ebenfalls gut, genauso, wie der übrige Cast, der einige weitere, bekannte Gesichter wie Peter Stormare, Noah Emmerich und Mark Ruffallo enthält.
Fazit:
Mit hervorragenden, knallharten und realistischen Schlacht-Szenen ist "Windtalkers" ein durchaus unterhaltsamer und teilweise spannender Kriegsfilm. Von John Woo hätte man dennoch mehr erwartet, da der Film mit seiner billigen und klischeehaften Story alles in allem überflüssig ist und bei Weitem nicht an vergleichbare Filme wie "Der Soldat James Ryan" herankommt.
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