Mit „Chupacabra“ geht ein weiteres Fabelwesen in die Filmgeschichte ein, bei dem es sich gewiss nicht um einen Werwolf handelt, auch wenn der Titel natürlich wie der dritte Teil der „American Werewolf“ – Reihe klingt, um Zuschauer anzulocken.
Der Mythos kommt ursprünglich aus Lateinamerika, demnach handelt es sich wörtlich übersetzt um einen „Ziegensauger“, der seinen Opfern vampirartig das Blut aus dem Körper zieht.
Und wer hat so ein Vieh angeblich schon einmal gesehen und erlegt? Natürlich ein Farmer aus Texas. Weiß auch genau, wie der aussieht: Blaukariertes Hemd, Schlapphut, Latzhose, ungewaschen und nur noch drei Zähne in der Schnute. Wieder die Rednecks.
Demzufolge ist das Geschehen auch im Südwesten von Texas angesiedelt, wo sich Hinterwäldler und Mexikaner grundsätzlich keine gute Nacht wünschen.
In einer dieser unguten Nächte fällt ein Monster über eine Ziegenherde her und nahezu jeder in dem kleinen Örtchen Furlaugh glaubt an einen wildgewordenen Kojoten, nur eine kleine Handvoll Teens denkt sofort an die urbane Legende des Chupacabra und will diesen zur Strecke bringen.
Mit Werwolftreiben hat dieses uninspirierte Machwerk recht wenig zu tun, auch wenn die Off-Erzählstimme der Heldin ein wenig an den „Werwolf von Tarker Mills“ erinnert.
Innerhalb weniger Minuten lernen wir die Protagonisten kennen, wenig markante und noch weniger talentierte Darsteller, um deren Leben wir im Verlauf überhaupt nicht fürchten werden.
Neben der austauschbaren Hauptfigur Anna, die ihren Eltern Kummer bereitet, weil sie mit dem Mexikaner von Nebenan liiert ist, gibt es noch den streitsüchtigen Macho, das lollylutschende Blondchen und die hübsche Streberin.
Dazu die üblichen Rednecks von der Tankstelle, zweimal doofe Dorfsheriffs und einen Chupacabra-Jäger, der kurioses Zeug über Aliens faselt, für das Vorankommen der Geschichte aber völlig unerheblich ist.
Leider läuft das Geschehen komplett ideenlos und ohne Höhepunkte ab.
Hin und wieder taucht das Monster auf, gerne auch mal in schwarz-weiß gehaltener Egosicht mit Tunnelblick auf immer die gleichen Büsche, schnappt sich rasend schnell ein Opfer, um im äußerst unspektakulären Finale auf unser Heldenpaar zu treffen.
Ärgerlich jedoch, dass man das Monster kaum sieht, weil alles furchtbar hektisch geschnitten ist und die Kamera dabei so richtig durchgeschüttelt wird. So werden in einem Schnittgewitter zwar Bisse angedeutet, aber bis auf eine Szene mit Gedärme festhalten, weil offene Wunde, wird hier komplett an Effekten gespart.
Das Vieh sieht zwar ein wenig aus wie ein Werwolf, könnte aber auch ein mutierter Dinosaurier mit nacktem Kuhschädel sein, man sieht´s nie genau.
Gorehounds und Freunde der sauberen FX dürfen also schon mal wegschalten.
Für alle anderen bleibt jedoch auch nicht viel. Während ein Jäger in seinem Zelt attackiert wird, ist es mir egal, ob Rosie ein Stipendium hat, der örtliche Schlachter wird auch gemetzgert, Freizeitsoldaten erlegen sich lieber selbst, der mexikanische Tierarzt kann nichts ausrichten, dessen Assistentin wird auch geholt und zum Schluss kriecht noch ein eifersüchtiger Vater im Fellkostüm durch die Büsche.
Auch wenn die meiste Zeit der Gelbfilter angepasst ist und ein paar wenige Kameraeinstellungen nicht schlecht aussehen, so ist doch alles schon einmal da gewesen und oftmals auch spannender, vor allem sympathischer, denn an Humor wird, bis auf diesen merkwürdigen Jäger und den beiden Rednecks, komplett gespart, an Figuren zum Liebhaben auch.
Zwar läuft das Geschehen recht flott ab, aber vielmehr kann man dem Monstertreiben nicht zugute halten.
Und was dieses Chupacabra der Legende nach genau ist, weiß man nach dem Abspann auch nicht, man erfährt lediglich, dass Ziegen nicht irdisch sind.
Mit etwas mehr Biss und Mut zum Detail wäre eventuell noch Durchschnitt drin gewesen, so aber kann man Freunden klassischer Werwolffilme nur abraten.
3,5 von 10