Da steh ich also in der Videothek und suche nach interessanten Neuerscheinungen. Auf einmal fällt mein Blick auf eine recht unscheinbare Hülle - mit einem großen Namen: "Clive Barker".
Als Fan der Hellraiser Teile, ebenso wie seines Spieles "Undying" (leider konnte ich bisher noch keines der "Bücher des Blutes" von ihm lesen) griff ich einfach mal spontan zu. Weder las ich die Inhaltsangabe der Rückseite noch sah ich mir eines der Bilder auf dem Cover genauer an - mit anderen Worten ich wußte nicht was mich erwartete. Klar war allein, dass es sich um eine "Direct to Video"- Produktion handeln musste.
Zu Hause angekommen setzte ich mich auf meinen Stuhl, öffnete ein kühles Bier und begann den Film "Clive Barker´s Die Seuche".
Vor 10 Jahren fielen alle Kinder der Welt im Alter vom 9 Jahren oder drunter in ein Wachkoma aus dem sie nicht wieder erwachen sollten. Doch immer um 12 Uhr (Nachts als auch Mittags) bekamen sie epileptische Anfälle (wobei ungeklärt bleibt wieviel Uhr es auf dem Rest der Welt ist).
"Heute" soll sich das alles ändern. Tom Russel (gespielt von James - "Dawson´s Crack" - van der Beek) wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen und macht sich auf den Weg zu seiner Ex-Frau die als Schwester im örtlichen Hospital arbeitet und seinem Onkel (?). Auch dessen Sohn liegt komatös darnieder.
Doch genau in dieser Nacht geschieht das unfassbare. Die Kinder sind aufgewacht. Doch die Freude ihrer Eltern ist nur von kurzer Dauer. Denn die lieben Kleinen scheinen Durst nach Blut zu haben. Jedenfalls beginnen sie alle zu töten die ihnen begegnen. Es ist nun an Tom, seine Ex-Frau zu retten (und zurückzubekommen - war ja klar!) und aus der Stadt zu flüchten. Doch das stellt sich als schwerer heraus als gedacht, denn die Kinder lernen dazu... .
Tja, Pustekuchen, Clive Barker zeichnet sich weder verantwortlich für Drehbuch noch für Regie. Er verbeibt in der niederen Rolle des Produzenten - und wie wir wissen bedeutet das NICHTS (erinnern wir uns nur an "From Dusk till Dawn" 2 und 3, die ja auch von Herrn Tarantino produziert wurden)! Dennoch, ich fand diesesn Film wirklich nicht schlecht. Klar er hat von vorne bis hinten im Zombie Genre geklaut, viele Szenen kommen einem einfach verdammt bekannt vor ("28 days later", "Resident Evil 2" - warum gibts eigentlich immer diese Szenen in der Kirche !?!) und er ist weder besonders ansprechend gefilmt noch kann mit grandiosen Schauspielern aufwarten (gerade der Herr van der Beek sieht für mich nach wie vor aus wie das letzte Weichei, trotz Drei-Tage-Bart).
Was ich diesem Fiml aber definitiv zu Gute halte, ist dass er mal ein ganz klein bisschen frischen Wind in die ewig gleichen Stories dieser Zombie-filme bringt. Denn, 1. es sind KEINE Zombies, 2. GOTT sie DANK wurden meine Befürchtungen in Richtung der Story von wegen Aliens nicht erfüllt (ganz im Gegenteil, es gibt eine kleine Szene in der diese Theorie ein wenig durch den Kakao gezogen wird), und 3. er hat einen paranoiden Aspekt, den schon der gute Herr Romero bei seinem Requiem "Land of the Dead" versuchte, nämlich die lernenden "Zombies", der aber hier um einiges besser funktioniert. Die ganze Angelegenheit hat etwas von diesen Verfolgungs-Träumen, in denen man sich immer weiter zurückzieht und immer mehr versteckt aber nie sicher sein kann. Und das schafft er ganz gut.
Abgesehen davon ist es allerdings ein Film dem einfach vieles fehlt. Ein wenig mehr Blut, bessere Schauspieler, bessere Kamera, mindestens noch 20 Minuten Spielzeit und ein weniger moralisches Ende. Dennoch, gerade weil er nur knapp 1 1/2 Std dauert, weiß er genau diese Zeit ganz gut zu unterhalten. Und da ist er mir immer noch lieber als ein stundenlanger Film wie der alte "Dawn of the Dead" der es einfach nicht schafft Spannung aufrechtzuerhalten, wenn überhaupt aufzubauen. Bitte verzeiht mir diesen Vergleich, ich weiß er hinkt, aber Zombie-Genre ist nunmal Zombie-Genre - und irgendwie fällt da auch "Die Seuche" rein.