Auf der ganzen Welt fallen alle Kinder im selben Moment ins Koma. Zehn Jahre später wachen alle wieder als Zombies auf und gehen den Erwachsenen an die Gurgel.
Da kann nur einer helfen: der Typ aus „Dawson’s Creek“…
Yo Digga, es muss nur einmal das Wörtchen „Clive Barker“, der Name „hirntote Killerkinder“ und der Begriff „Zombie-Fuckfest“ fallen und schon kommt der alte Rheuma Kai geifernd aus seiner Scheune gekrochen. Ja wollo!
Ideen klaubt sich „Die Seuche“, auf den ersten Blick erkennbar, also von „Dawn of the Dead“, „Das Dorf der Verdammten“ und „Kinder des Zorns“ zusammen,
was heißt, dass sich hier viel versteckt und verbarrikadiert wird, und dass hier Massen an stummen, grimmig dreinblickenden Wesen mit fetten Augenringen (hier: Kinder bzw. Jugendliche) hysterischen Protagonisten an die Wäsche will.
Aber, lieber Herr Einfallspinsel… ähm, Regisseur, handelt es sich hier jetzt um Zombies oder nicht?
– Nö, komm schon, Alter, der Lolli ist doch mehr als abgelutscht. Mit so `nem ollen Untoten-Zinnober lockt man doch mittlerweile nicht mal mehr Uwe Boll hinterm Ofen vor. Da muss man sich heutzutage schon was Besseres einfallen lassen!
Hm, wie wär’s denn mit radioaktiv-verseuchten Nacktmolchen, die die Lebenden in Besitz nehmen und sich mittels Bukkake fortpflanzen?
- Ne Alter, gab’s doch auch alles schon. Aber hör mal zu, Alter, hör mal zu:
Kinder, Alter – jeder scheiß Arsch hat Angst vor Kindern! Was war der unheimlichste Film, den du die letzten Jahre geseh’n hast? Genau: „The Ring“! Filmmonster: ein Kind!
Also, wir ersetzen einfach die Zombies durch ein Rudel Kleinwüchsiger, sparen uns nebenbei noch die Make Up-Kosten und die Gage und jeder wird denken: „Wow, irgendwie erinnert mich das an Zombies, aber es sind keine! Bo ey, is’ das krass, Mann. Das is’ ja was ganz was neues!“
K, die Rechnung geht fast auf, FAST! Die Story wirkt anfangs tatsächlich relativ frisch, verirrt sich aber schon schnell in uninnovativen, schon eine Trillion Mal dagewesenen Versteckspielchen, es sterben wie gewohnt die überflüssigen und unsympathischen Nebendarsteller, die Bemühungen die lauernden Angreifer zu überlisten schlagen fehl und der Plot gipfelt in einem Showdown mit – Wunder oh Wunder – dem Typ aus „Dawson’s Creek“…
…aber Wurst! Was die Idee mit den Kindern bzw. Jugendlichen dann allerdings wirklich komplett dingfest macht und überführt, ist die Tatsache, dass die Bälger Kugeln wegstecken, als wären sie der Terminator.
Sorry, aber spätestens da is’ einfach klar, dass man hier einzig und allein versucht hat, mit einer leicht entfremdeten Version des Untoten-Themas auf den rollenden Zombie-Zug aufzuspringen und fett abzukassieren.
Aber is’ ja auch noch nicht gar so schlimm und kann ich auch voll und ganz nachvollziehen, schließlich ist man jung und braucht das Geld… Wenn sich zu der dreisten Schnapsidee aber noch eine nicht wirklich vom Hocker hauende Story mit Spannungsspitzen in der Größenordnung eines Maulwurfshügels, null ordentliche FX (Blut ist absolute Mangelware!) und ein Hauptdarsteller, dem man am liebsten kielholen würde, gesellen, dann…
…ja, dann beginnt man den Streifen langsam, aber sicher als ziemliche Nullnummer einzustufen, ohne deren Existenz man eigentlich auch ganz gut zurecht gekommen wäre.
Ich fasse also zusammen:
„The Plague“ ist ein kleiner, solide inszenierter, unterm Strich aber doch sehr unbedeutender und nichts sagender Direct-to-Dvd-Horror, der zwar nicht wirklich so schlecht ist, dass man ihn sich nicht geben könnte, aber auch in keinster Weise eine Errungenschaft darstellt. Ein bisschen Blut und ein paar harte Morde hätten dem Streifen gewiss ganz gut getan.
Mit Clive Barker hat das Teil hier ferner ungefähr soviel zu tun, wie dein Schwanz mit Pamela Anderson, und wer wie ich noch nie etwas mit James „Dawson“ Van Der Beek anfangen konnte, dem wird er auch hier unangenehm aufstoßen.
Fazit daher:
"Kill your Parents, kill your Parents, kill your Parents, then... KILL YOURSELF!!!
Ungefähr so unheimlich wie mein Arsch! Es gibt leider bereits zu viele gute bzw. bessere Filme, um diesen hier als wirklich sehenswert einzustufen.
Zwar nicht wirklich „voll die Seuche“, um ehrlich zu sein, eigentlich durchaus mit ein paar funktionierenden Elementen bestückt, insgesamt aber irgendwie doch sehr nichtig, unbefriedigend und Schlumpfpimmel-haft.
Tschüss „Dawson“!