Review

Grrrrrrrrrrr!

In diesem Spätwerk von Fritz Lang lässt er nochmal den Abenteuergiganten aus sich heraus, wenn er storytechnisch einen deutschen Architekten nach Indien schickt, um sich dort in eine atemberaubend attraktive Tempeltänzerin zu verlieben, die eigentlich dem mächtigen Maharadscha versprochen war… 

Indische Spezialitäten… Nein, kein Affenhirn auf Eis!

„Der Tiger von Eschnapur“ ist - anders als bis gegensätzlich zu Langs früheren Meisterwerken - ganz Hülle und visuelles Spektakel, sehr wenig Inhalt und Charakter. Lang baut hier deutlich näher an Harryhausen als an Hitchcock. Aber manchmal reicht ja auch ein feinster Zuckerüberzug. Und den hat dieses indisch-deutsche Eyecandy in jedem Fall. In Gallonen und Schiffsladungen. Die Schminke und Roben, die Frauen und das Fauchen der echten Leoparden, die Elefanten und die Lepragruften, das Säbelrasseln und das süffisante Grinsen des Maharadschas. Alles höchst imposant, höchst aufwändig, höchst dick aufgetragen. Hier wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Schade nur, dass die Handlung und Charaktere und Spannungsbögen dagegen gänzlich verblassen. Schade nur, dass das nur die Hälfte der Geschichte ist. Und schade nur, dass Lang seine legendären charakterlichen Facetten und gesellschaftlichen Druckpunkte von einst vollkommen vergessen zu haben scheint… 

Tempeltratsch trifft Trachtentrubel

Fazit: Unverschämt tolle und strahlende Farben, Kleider, Landschaften/Studios, Bauten, Traumfrauen und echte exotische Tiere… Aber die Story lässt arg zu wünschen übrig - und ist zudem nicht abgeschlossen! Angestaubter Augenzucker. 

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