Rednecks müssen für einige Drehbuchautoren ja ungeheures Potential bieten, wenn man sich zum wiederholten Male an einen drittklassigen Aufguss von TCM und Konsorten heranmacht.
Wer diesem Horror-Sub-Genre überhaupt noch Innovationen verleihen will, müsste schon auf Opfer jenseits der 30 setzen, mit ungewöhnlichen Foltermethoden punkten und außergewöhnliche Hinterwäldler einbinden, die äußerlich als solche vielleicht gar nicht auszumachen sind.
Doch Regisseur Corbin Timbrook („A crack in the floor“) setzt auf ein Drehbuchdebüt, bei dem man mit der Zeit den Eindruck gewinnt, vage Ideen werden nur durch den schematisch üblichen Ablauf zusammengehalten: Teens, Hinterwäldler, Gefangennahme, Befreiung, Heldentat.
Vier Studenten sind also mit dem Auto unterwegs nach Nevada zu einem Festival. Zwischenzeitlich gabelt man noch einen Anhalter mit gleichem Ziel auf, fängt sich beim Stopp an der Tankstelle böse Vorzeichen ein (nervöse Tresenfrau, in sich gekehrtes, warnendes Kind) und nimmt die Abkürzung über die einsame Landstraße, die eigentlich nicht mehr befahren wird.
Prompt rennt ihnen eine blutverschmierte, unter Schock stehende Frau vors Auto, die man ebenfalls mitnimmt. Doch die Fahrt hält nicht lange an, da ihnen ein schwarzer Van in die Quere kommt. Also muss man zu Fuß weiter, um Hilfe zu suchen und stößt dabei auf eine abgelegene Ranch…
Relativ flott landet man in der Höhle des Löwen, oder besser, im tödlichen Spinnennetz, da sich der Redneckanführer Spider nennt und seine Folterranch mit einem solchen gleichsetzt.
Dieser Spider sieht aus wie ein zauseliger Pirat, mit Kopftuch und grauweißen Filzhaaren und bestimmt im Verlauf das Foltergeschehen. Doch mit ihm haust noch eine ganze Horde Degenerierter auf der Ranch, was reichlich unübersichtlich anmutet. Da gibt es noch den Koloss und Handlanger „Mute“, eine Zwerg-Transe, einen Dartspieler, einen mit Katzenmaske und mehrere namenlose Bewaffnete.
Auf der Opferseite mag man sich aber auch nicht für einen Helden entscheiden. Der Tramper, der sich bald als ehemaliger Soldat mit Erfahrungen aus dem Irakkrieg outet, behält zwar zunächst Ruhe und Übersicht, wird aber mit einigen anderen vorzeitig überwältigt und in Ketten gelegt.
Bleiben noch Jason, der sich um das entflohene Opfer Megan kümmert, sowie Jen, der kurzfristig die Flucht gelingt und die die Taten der Rednecks von Verstecken aus beobachtet.
Und diese werden dem verheißungsvollen Titel nun so gar nicht gerecht.
Da dient der nackte Rücken eines unbekannten Opfers als Zielscheibe für Dartpfeile, was bereits die einfallsreichste Foltermethode darstellt. Ansonsten bieten Gewaltszenen lediglich eine angedeutete Vergewaltigung einer Frau in Ketten, Haut abtrennen vom Oberschenkel, Arm ab mit Kettensäge und eine Enthauptung im Off, - anschließend zwinkert der abgetrennte Schädel auf dem Tisch aber noch, womit wir bei den größtenteils unterdurchschnittlichen Darstellerleistungen landen.
Am negativsten agiert in diesem Zusammenhang Jim Fitzpatrick als Spider, der völlig unglaubwürdig seine Schnute verzieht und insgesamt nicht mit Overacting geizt.
Zudem legt ihm das Drehbuch eine Menge pathetischer Dialoge in den Mund, auf dass aufkommende Spannung von einem Schwall aus Stumpfsinn verdrängt wird.
Ohnehin geht nach einiger Zeit deutlich Tempo verloren, Konfrontationen reduzieren sich auf ein vorhersehbar einfallsloses Finale mit angetäuschtem Seitenwechsel, einem minutenlangen, bewaffneten Gegenüberstehen beider Parteien mit nervösem Taktieren und der Befreiung eingesperrter Opfer, die sich anschließend über ihre Peiniger hermachen.
Mehr gibt das Script einfach nicht her und manchmal verschweigt es uns auch das Schicksal einiger Figuren, die einfach aus dem Geschehen verschwinden.
So gestaltet sich dieser Backwood-Slasher wenig mitreißend, die schwachen Charaktere sorgen kaum für Nervenkitzel, während die schlecht ausgeleuchteten Kulissen viel zu sauber gehalten wurden und von daher schon überhaupt keine Atmosphäre aufkommt.
Am Ende steht ein einfallsloses TCM-Plagiat ohne Grund und Boden, blutarm, kaum verstörend und vor allem ohne eigenständigen Charakter.
3 von 10