Review
von JasonCane
Bei Schlachtfeld der Ehre hatte ich mir eigentlich einen dümmlichen Actionfilm mit jeder Menge Pathos, Kitsch und stumpfsinniger Gewalt erhofft.
Tatsächlich ist es aber ein im Koreakrieg spielender Antikriegsfilm, der den Überlebenskampf eines amerikanischen Generals zeigt, der nach einem vernichtenden Kampf mit den Chinesen auf sich allein gestellt ist.
Bereits vor dem Kampfeinsatz ist die Truppe verwahrlost und demoralisiert, es sind vom Krieg gezeichnete Figuren.
Weil der Film die Schlachtszene ausspart und den Angriff der Chinesen nur andeutet, bekommt man keine spektakulären Actionszenen zu sehen.
Was bleibt ist das verheerende Elend.
Es ist keine Heldengeschichte und der General ist einen Teil des Films mit dem Fuß unter einem LKW eingeklemmt.
Ausgerechnet ein chinesischer Soldat hilft ihm aus seiner misslichen Lage.
Mit dem klassischen Freund/Feind Schema aber auch mit dem Heldenmythos wird gebrochen.
Wie die großen Genrefilme a la Full Metal Jacket (1987) ,Komm und siehe... (1985) oder Johnny Got His Gun (1971) ist auch Schlachtfeld der Ehre an der Dekonstruktion des Krieges, sowie dessen Erzählungen von Glamour und Heroismus interessiert.
Das gelingt ihm weitaus weniger beeindruckend und clever als in den genannten Meisterwerken.
Dennoch ist der Film überraschend gut und die Wiederentdeckung des bisher nur auf VHS erschienenen Films lohnt durchaus.
Trotz der positiven Punkte ist der Film etwas zu langsam erzählt und mir fehlte die Empathie mit den Figuren. Großen Unterhaltungswert sollte man also nicht erwarten.