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Tony Aaron ist ehemaliger Polizist und hat sich inzwischen auf Scheidungen spezialisiert. Und zwar stellt er seine Frau Hazel zur Verfügung, die dann die angebliche Geliebte spielt. Eines Tages wird einer seiner Klienten, der Künstler Stasio zusammen mit Aarons Frau erschossen aufgefunden. Stasio fehlt der Daumen, mit dem er seine Werke immer signierte. Die Polizei verdächtigt unter anderem Aaron und Stasios wirkliche Geliebte des Mordes. Als die Beweise gegen ihn sprechen, wird Tony zum Tode verurteilt, doch sein Freund Frank, der bei der Polizei arbeitet, findet gerade noch rechtzeitig den verschwundenen Daumen, der Tonys Unschuld beweist und Stasios Geliebte Angelina Täterin ausweist. Sie wird daraufhin verurteilt, doch dann ergibt sich wieder eine neue Wendung.

Das der Film in England während dem Ende der 50er Jahre spielt ist wichtig für die Motivation des Protagonisten. In Groß Britannien herrschen zu dieser Zeit sehr rigide Scheidungsgesetze. Hier entdeckt der abgehalfterte Privatdetektiv Tony, mit mehr Schulden als er arbeiten kann, eine Marktlücke, denn eine Scheidung wegen Ehebruch ist zulässig und so sorgt er zusammen mit seiner Frau für fingierte Seitensprünge, um so diese Gesetzte zu umgehen. Ein profitables Geschäft, bis zu dem Zeitpunkt als Frau und Klient erschossen werden.
Simon Moore schildert die Story als sehr ruhigen Kriminalthriller, Tony muß auf eigene Faust ermitteln, wer denn nun der fiese Doppelmörder ist. Hinzu kommen noch leichte Film Noir Anklänge, wenn er auf die Femme Fatale Angeline trifft, eine ehemalige Geliebte des Opfers. Beide landen zum einen auf den obersten Plätzen der Verdächtigenliste der Polizei, zum anderen natürlich auch im Bett miteinander. Trotz gelegentlicher Trägheit und vorkommenden Leerlauf, ist die Geschichte nicht uninteressant. Der Showdown im Gerichtssaal und die Rettung vor dem Strang im allerallerletzen Moment sind gut inszeniert und die Schlußpointe kommt völlig überraschend (wenn auch aus dem nichts, denn etwaige Hinweise sind mir zumindest nicht aufgefallen).
Nicht ganz so prickelnd fand ich die Darsteller, die allesamt etwas unterkühlt agieren, was zwar einerseits auch so vom Drehbuch geplant ist, aber gerade mit dem ruhigen Ablauf eine leichte Schlafstimmung hervorrufen. Unter Verdacht ist jetzt sicherlich nicht die hellste Sonne in der Thrillerzunft, aber mal reinschauen ist sicher nicht verkehrt, wenn er denn mal in der Glotze läuft.
6/10 

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