Review

Die Fußballweltmeisterschaft war wohl, ohne Frage, dass größte Ereignis 2006 Deutschlands, wenn nicht sogar Weltweit. Millionen von Fußball-Freaks kamen nach Deutschland um ihre Lieblinge zusehen, noch weit mehr begnügten sich vor der Glotze damit. Und weil alles schön friedlich verlief und es mitunter wirklich Spaß machte, den Fußballfreunden bei ihrer Leidenschaft zuzusehen (selbst mir als Fußball-Noob), hat Deutschland nun weltweit wohl übergangsmäßig erst einmal einen recht guten Ruf. Genauso einen guten Ruf hat auch das Kastenbrot Bernd, das nun schon einige Filmchen auf dem Kasten hat und mit "Das Kicker-Duell" nun seinen Beitrag zum Thema Fußball-WM beisteuert, zumindest grob gesehen. Denn hier geht es nun weniger um das runde Leder auf dem Rasen, sondern um das kleine Bällchen auf dem Kicker-Tisch. Herausgekommen ist dabei ein weiteres, rasend witziges Berndivent, das seinen Vorgängern in nichts nachsteht.

Wie eigentlich immer, hat man sich auch für diesen Bernd-Film wieder eine mehr als nette Geschichte ausgedacht, die zum Kastenbrot wie die Faust aufs Auge passt. Denn unsere drei Freunde, Busch Briegel, Schaf Chili und Brot Bernd, wollen natürlich auch zu einem WM-Spiel ins Stadion, doch leider verbrennen ihre Karten bei einem von Briegels wahnsinnigen Experimenten. Die letzte Chance sehen die drei Freunde deshalb in einem Kicker-Turnier, bei dem es noch drei Karten für das Spiel Deutschland - Costa Rica zu gewinnen gibt. Doch nachdem sich ihr Trainer als kompletter Vollidiot herausgestellt hat, wird es natürlich schwer, gegen die Horde von Gegnern anzutreten. Vor allem gegen zwei Fußball-Hooligans, die nicht wirklich mit fairen Strategien gewinnen wollen. Doch die Drei geben natürlich nicht auf... Ja, was die Geschichte angeht, ist wirklich alles so, wie man es von einem Berndivent erwarten kann. Witzige Figuren treffen auf absurde Situationen, die spannend, zitatenreich und mit viel bissig-zynischem Humor ausgestattet sind. Logik und Tiefgang gibt es nicht wirklich zu verzeichnen, doch das erwartet hier sicher auch keiner. Lieber will man sich 45 Minuten wirklich königlich amüsieren und das schafft man auch, zumindest wenn man schon etwas älter ist.

Denn wie schon so einige Vorgänger, so richtet sich auch der Humor dieses Berndivents wieder mehr an Teenager und Erwachsene, als an die Kleinen. Denn Bernds Kommentare sind zynischer denn je und nicht alle Gags sind wirklich kinderfreundlich. So werden einige der absurden Gegner z. Bsp. vergiftet, anderen wird Säure auf den Fuß gekippt und auch sonst kann das mitunter hektische Treiben die Kleineren überfordern. Zudem ist alles auch wieder mit allerhand Zitaten gespickt worden, die ein gutes Medien-Wissen voraussetzen, damit man auch wirklich lachen kann. Vor allem auf musikalischer Ebene werden dieses mal allerhand Zitate in Form der Themen zu "Star Wars" oder "Herr der Ringe", zu möglichst passenden und gleichzeitig absurden Szenarien aufgefahren und auch "Highway to Hell" und "Eye of the Tiger" werden hier in voller Laufstärke abgespielt. Dazu natürlich auch einige Veralberungen typischer Filmhandhabungen, zum Beispiel Bernds zynischer Dialog "Jetzt startet garantiert gleich eine Musikuntermalung und ihr seht die nächsten drei Tage im Zeitraffer", was dann natürlich auch prompt eintrifft und von Bernd, gewohnt trocken, mit "Ich habs ja gesagt" abgewatscht wird. Kenner werden jedenfalls ab und an wirklich bärisch was zu lachen haben.

Auf inszenatorischer Basis geht alles soweit in Ordnung und man bekommt ebenfalls typische Bernd-Qualität geboten. Sprich die Kulissen sind zwar schlicht, doch passend, die Effekte auf Fernsehniveau aber ebenfalls soweit zufriedenstellend und Kamera und Regiearbeit sind wieder von der einwandfreisten Sorte. Regelrecht beeindruckend ist dagegen dieses mal, wie schon angedeutet, die Musikuntermahlung ausgefallen. Jedenfalls nur selten hat man für Berndivents so tief in die Lizenzen-Tasche gegriffen, wie hier. Und als wäre das nicht schon genug, gibt es mit René Weller und Antje Buschschulte sogar noch zwei große Sportler mit oben drauf. Na wenn das mal nichts ist.

Wobei man aber gerechterweise sagen muss, dass gerade diese beiden Sportler nicht wirklich so etwas wie Schauspielerqualitäten besitzen. Bei Antje Buschschulte fällt das zwar noch nicht so ganz ins Gewicht, denn sie ist nur für ein wenige Sekunden zu sehen. Anders dagegen René Weller, der da schon ein wenig mehr Screentime hat, in der er auch einige Sätze zu sagen hat, die aber wirklich gruselig schlecht und gestellt beim Zuschauer ankommen. Aber nun gut. Für Spaß sorgt dagegen wieder einmal Norman Cöster, der schon in so vielen Berndivents eine, meist schräge, Rolle spielte und auch hier wieder exzellent und wirklich saukomisch, als dusseliger Kicker-Trainer, agiert. Es ist einfach immer wieder eine große Unterhaltung, ihm beim spielen zuzusehen. Und natürlich sind auch Tanja Schumann, Jan Mixsa und Jörg Teichgraeber mit von der Partie, die unseren drei Puppen-Hauptdarstellern ihre bekannten Stimmen leihen. Und so muss das schließlich auch sein!

Fazit: Auch "Das Kicker-Duell" ist wieder einmal ein großer Spaß für alle Freunde des zynischen Kastenbrotes. Die Geschichte geht vollkommen in Ordnung, die Figuren wieder eine skurriler als die andere und die schwarzen und zynisch bissigen Gags mitunter absolute Brüller wert. Vor allem Bernd lässt hier mal wieder ein ums andere Mal Sprüche vom Stapel, bei denen man sich nur so auf die Schenkel klopfen kann vor lachen, sofern man mit dem Bernd-Humor etwas anfangen kann. Für die Kleineren ist das Ganze zwar mal wieder nur bedingt geeignet. Alle (Fußball- und Berndfreunde) ab 10 Jahren aufwärts, werden aber ihre Freude haben. Kann man also nur hoffen, dass sich dieses Berndivent-Niveau noch lange hält.

Wertung: 7/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme