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Hauptsächlich durch Le Monde Entertainment, der Genre Film Division der kanadisch-stämmigen Alliance Films produziertes Rip-off von Stirb langsam, deren Macher sich auffällig vermehrt um die Filmografie von Kim Coates (hier auch anwesend, und auch noch mit der beste Mann mit seinem Wisconsin-Quiz und Co.) und Daniel Baldwin (hier erstaunlicherweise nicht anbei) verdient gemacht haben und die Unterhaltungswelt so mit allerlei Glanzstücke wie bspw. noch Airborne - Bete, dass sie nicht landen! (1998) oder Killing Virus - Todesflug 335 (1999) geschmückt. Trotz einer für derlei Ware und dem angedachten Verleih und Verkauf vor allem doch (damals) in Videotheken durchaus namhaften Besetzung mit eben Coates, Gary Busey, Jeff Fahey und gar Carrie-Anne Moss vor ihrem Durchbruch und der stilsicheren Prämisse wurde der Film weder damals noch im Nachhinein etwa großartig entdeckt oder generell konsumiert, ein Schatten im Dasein der hinteren Regale und des nächtlichen Abspielens als Lückenfüller auf Kabelsendern ohne großartig Reichweite eingelegt:

Im Auftrag von Mr. Turner [ Gary Busey ] überfällt Montesi [ Kim Coates ] mit seinen Mannen wie Wally [ David Mucci ], Sammy [ Martin Roach ] und Sparky [ Karen Dwyer ] während einer Führung ein Wasseraufbereitungswerk vor Chicago, wo er rasch die Kontrolle übernimmt und die Pumpen abstellt, was eine Verunreinigung des Trinkwasser innerhalb vier Stunden zufolge hat. Um eine Vergiftung der Bevölkerung zu vermeiden, bleiben der zufällig gerade eine Pause machenden Technikerin Melissa Wilkins [ Carrie-Anne Moss ] und den wegen einer Streikgruppe vor der Anlage auch anwesenden Polizisten (und Entfesselungsexperten) Det. David Chase [ Jeff Fahey ] und Det. Peter Ota [ Denis Akiyama ] also nur wenig Zeit, zumal die Gegner in Überzahl sind, besser bewaffnet und überall Sprengsätze versteckt. "Friede sei mit euch, meine Kinder."

Das Ganze hört sich an und sieht auch aus wie ein Fernsehfilm, ein kanadischer Fernsehfilm, die Bilder farblos und ohne Kraft, die Dialoge leicht raschelnd und erzwungen, die darstellerischen Leistungen professionell solide, und die Regie etwas holpernd und stolpernd, aber gibt sich und dies misslingend durchaus Mühe. Die Örtlichkeiten sind eher gedrungen gehalten, die Einleitung gezwungen wirkend und sich schon verhaspelnd, die Statisten in der Einzahl und die Rückprojektionen bei Autofahrten ersichtlich. Immerhin ist man schnell vor Ort und bleibt dann auch am Punkt und in der Szenerie - verwinkelt, feucht und düster - , die vorgestellten Leute sind nicht unsympathisch und "Fließendes Wasser erzählt viele Geschichten."

Die Umgebung ist dabei abgelegen, auch angenehm isoliert wirkend und in seiner schneeweißen Stille durchaus attraktiv, ein Arbeitsplatz vor den Toren der Stadt, in der zugefrorenen Natur, mit Blick auf Wald und Wasser gelegen. (Gedreht wurde in der FJ. Horgan Wasseraufbereitungsanlage bei Toronto, und der Highland Creek Kläranlage.) Ein größeres Schwimmbad mit Filtrationsprozeß, wodurch es auch riecht wie in einem Schwimmbad, und bald zum heftig umkämpften Schauplatz um den Rohstoff des 21. Jahrhunderts wird. "Klimastreik" und "Ökoterrorismus" hier mit als frühe Schlagwörter, der Kontrollraum ist nach einer Viertelstunde eingenommen und die Türen hinaus und hinein unter Aufsicht und zusätzlich vermint. Eine zeitliche Frist läuft auch noch, wodurch die Dramaturgie nach allen Seiten hin abgesichert ist, der Platz klein, die Spieldauer ebenso, das Personal überschaubar und das narrativ Vorausgeschickte winzig.

Da man naturgemäß nicht gleich in die Vollen geht (und auch deutlich nicht das Geld für hat), wird erstmal Katz und Maus vor dem Gebäude und schnell auch in ihm gespielt, Versteckaktionen treppauf und treppab und durch den Fahrstuhlschacht gekraxelt, der erste Tote per Brustschuss noch während der Infiltration und das nächste Opfer per Stromstoß die Viertelstunde später. So richtig Spektakel und Jubelstimmung kommt dadurch alleine nicht auf, auch wenn Busey folgend (2x) wie der Derwisch mit der Pumpgun hantiert und kurz vor knapp das fahrende Rollkommando mit den Knallharten Fünf heran kutschiert wird und prompt in der Kanalisation in eine Falle marschiert. Als der John McClane hier sich das erste Mal den eigentlichen Bösewichtern gegenüber sieht, wird die Waffe in der Hand nicht etwa zum Shoot to Kill eingesetzt, sondern um das Fenster zur Flucht einzuschießen und die Beine in die Hand zu nehmen; das ist schon alles irgendwo solide herübergebracht und auch mit einigen Stunts wie Sprüngen aus hoher Höhe hinab oder der Explosion in den Rücken hinein gewürzt, aber wirklich kleinklein und nicht der Rede wert. Dafür ist das Geschehen hier erstaunlich witzig und dies auch in verschiedenen Bandbreiten, es gibt verbale Kalauer ("Der Houdini-Cop! Demnächst auch in ihrem Kino."), es gibt den schwarzen Humor à la Immer Ärger mit Bernie, es gibt kulturelle Verhohnepipelungen ("Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht?") und die Psychopathen sind ordentlich drüber.

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