Die Story von „Kleine Giganten“ lehnt sich deutlich an den Klassiker „Die Bären sind los“ mit Walter Matthau an, mit dem Unterschied, das Baseball gegen Football ausgetauscht wurde – ein nicht minder beliebter Sport in den Vereinigten Staaten.
Regisseur Dunham hatte vorher den Tierfilm „Zurück nach Hause“ gedreht, den man ebenfalls als sehr gelungenen Familienfilm bezeichnen kann. Anschließend arbeitete er meist fürs Fernsehen und konnte keinen richtigen Publikumserfolg mehr verbuchen. „Kleine Giganten“ wirkt allerdings noch heute sehr gut und kann auf unschuldige Weise gut unterhalten.
Inspiriert wurde die Produktion wohl vom Erfolg solcher Sport-Komödien wie „Cool Runnings“ oder „Mighty Ducks“, besonders letzterer hatte enormen Einfluss auf „Kleine Giganten“. Natürlich sind die Grenzen zwischen Gut und Böse immer sehr einfach getrennt und genre-typisch verläuft die Story sehr durchsichtig und immer vorhersehbar. Aufgrund der gut aufgelegten Schauspieler funktioniert das Konzept aber sehr gut, immerhin geht es hier um harmlose Unterhaltung für Kinder.
Am besten sind natürlich die Hauptdarsteller Ed O’Neill und Rick Moranis. O’Neill ist hier in seiner einzigen größeren Rolle zu sehen abseits der Kult-Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“. Kurioserweise spielt er hier das absolute Gegenteil seiner Paraderolle Al Bundy, sein Charakter Kevin O’Shea ist aufgrund früherer sportlicher Erfolge ein regelrechter lokaler Star und genießt hohes Ansehen. Den erfolgsverwöhnten und arroganten Erfolgtrainer spielt O’Neill genauso überzeugend wie A Bundy und alleine wegen seiner hervorragenden Darbietung lohnt sich der Konsum für alle Fans des Kult-Darstellers.
Moranis ist hier bereits in einer seiner letzten Rollen zu sehen, danach drehte er noch die mäßigen Komödien „Big Bully“ und „Liebling, jetzt haben wir uns selbst geschrumpft“. Schon längst hat er sich von der aktiven Schauspielerei zurückgezogen und fungiert heute nur noch gelegentlich als Synchronsprecher. Seine Loser-Rolle wirkt ebenfalls wie auf den Leib geschrieben. Wie immer kommt Moranis sehr sympathisch rüber und verleiht seiner Figur mit Leichtigkeit einen glaubwürdigen Charakter.
Auch die zahlreichen Jungdarsteller sind überzeugend, auf Seite der Bösen ist der junge Devon Sawa zu sehen in einer seiner ersten Rollen. Viel Präsenz hat er aber nicht, der Fokus liegt natürlich auf dem wahllos zusammengestelltem Underdog-Team „Little Giants“. Hinter der Kamera stand übrigens Janusz Kaminski, der heute einer der begehrtesten Kameraleute in Hollywood und seit „Saving Private Ryan“ fester Bestandteil eines jeden Spielberg-Films ist.
Letztlich ist „Kleine Giganten“ ein empfehlenswerter Film für die ganze Familie, natürlich zugeschnitten auf die Seh-Konventionen der Kleinsten. Die Aussage des Films heroisiert zwar wichtige Dinge wie Toleranz, Freundschaft und Ehrgeiz, zeigt aber ein falsches Weltbild. Die altbackene Formel „man muss sich nur anstrengen, dann kann man alles erreichen“ ignoriert komplett die kompromisslose und gar nicht so faire Politik im Sport-Business. Die Kinder wird’s nicht stören und erwachsene Zuschauer sollten einfach über das unoriginelle Happy-End weg sehen, da es zu einem solchen Film quasi dazu gehört.
Fazit: Durchweg unterhaltsame Sport-Komödie mit vielen witzigen Momenten und liebevoll gezeichneten Charakteren. Leider driftet das Ende zu sehr in pathetische Klischees ab.
6,5 / 10