Review
von Leimbacher-Mario
Nicht ANALysieren
„Aachi & Ssipak“ ist ein sehr ungewöhnlicher und grober Anime aus Südkorea, der kaum mit irgendetwas da draußen vergleichbar ist. Vom Style über die Ideen, die Härte oder den Popo-Fetisch bis zur koreanischen Sprache selbst, die man nicht allzu oft in Animes hört - diese giftgrüne Cocktailtomate von Film hat es in sich, kennt nur Vollgas und muss als echter Geheimtipp in seinem Bereich bezeichnet werden! Erzählt wird von zwei Kleinganoven und Taugenichtsen, die in einer Welt leben, in der süchtigmachende Saftriegel gekackt werden. Ja, richtig gelesen. Aber das ist nur die Spitze dieser exkrementalen Perle der Natur - zwischen Windelgangs, Cyborgcops, jede Menge Filmzitaten und Fetischpornos… What. The. Shit?!
Von der oft zitierten „Panzerkreuzer Potemkin“-Treppenszene über „Temple of Doom“ bis zu „Robocop“, man merkt die Filmliebe der Macher hier an jeder Ecke. Am ehesten würde ich „Aachi & Ssipak“ irgendwo in der Mitte zwischen „Akira“ und „Werner“ einsortieren, sehr speziell, chaotisch und ziemlich, ziemlich gut. Sollte man definitiv nicht verpassen, wenn man auf animiertes Tohuwabohu steht. Cool. Dreckig. Hässlich. Anders. Freizügig und unverschämt. Positiv durchgeknallt. Mit Antihelden und Nacktheit ohne echte Sexyness. Hintern und Haudegen. Da können selbst die verrückteren Japaner nur in den seltensten Fällen mithalten. An die animierte Sequenz aus „Lola rennt“ musste ich ebenfalls oft denken. Nur mit sehr viel mehr Popos und WTF?!. Pervers, krank und kreativ. Satire und Wahnsinn. Gesellschaft und Gagagags. Fast schon ermüdend und anstrengend drüber. Scheisswitze ohne Ende. Muss man mögen. Selten habe ich bei einem Anime ungläubiger und unterhaltener geguckt. Dass Korea krasse Thriller und heftigen Horror kann, ist kein Geheimnis. Dass aber auch solche Animes drin sind - hell yeah!
Fazit: bizarrer und wunderbarer Anime-Gem aus Korea, der keinen Haufen auf irgendwas gibt. Geniales, unverschämtes Dreckspack. Nicht schön, aber glücklich machend. Geiler Scheiss!