Am 11. September 2001 rasten 2 Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers und der Feuerwehrmann John McLaughlin, gespielt von Nicolas Cage, wurde bei einem Rettungseinsatz mit ein paar von seinen Männer in den Trümmern verschüttet und eingeklemmt. Für ihn und seine Truppe begann ein langer und harter Kampf ums Überleben.
Wo ist der alte Oliver Stone, der mit Meisterwerken wie "Wall Street", "Platoon" und "JFK" immer wieder provozieren konnte und mehrere, überaus kritische Blicke auf Amerika warf? Schon bei "Alexander" merkte man, dass der Oscar-Preisträger den Biss alter Tage verloren hat und genauso ist "World Trade Center". Stone, wollte ein unpolitisches Drama um die furchtbaren Ereignisse am 11. September drehen und im Großen und Ganzen gelingt dies auch, bis auf die letzten Minuten, wo der Irakkrieg nebenbei gerechtfertigt wird, aber an solchen Kleinigkeiten scheitert kein ganzer Film. An der schwachen Charakterkonstruktion kann ein Film allerdings sehr wohl scheitern und genau dies ist hier der Fall. Dass die Feuerwehrleute im Film als große Helden dargestellt werden ist klar und alles andere wäre auf gar keinen Fall zu rechtfertigen gewesen, aber dennoch denke ich, dass man den Hauptfiguren auch Ecken und Kanten hätte versehen müssen, die die besagten Feuerwehrmänner mit Sicherheit auch hatten, so wirkt der Film im Endeffekt doch nur wie eine Lobeshymne auf die amerikanischen Helden, wobei Stone immerhin auf wehende amerikanische Flaggen und auf zu übertrieben heroische Darstellungen verzichtet. Was am meisten nervt sind die parallelen Handlungsstränge um die Ehefrauen der Feuerwehrmänner, die wirklich so flach konstruiert sind, dass man sich diesen Teil des Films auch komplett hätte schenken können. Alles in allem ist der Film einfach zu flach und der Plot bei Weitem nicht komplex genug, um die volle Laufzeit des Films zu füllen.
Aufgrund der flachen und substanzlosen Story ist der Film leider überaus langatmig, zumal Stone mit seinem langsamen und getragenen Erzähltempo über weite Strecken auf der Stelle tritt. Musik und Kulisse hat der Oscar-Preisträger natürlich ordentlich dosiert und gelungen in Szene gesetzt, aber auch dies ändert nichts daran, dass sich der Film überaus zäh in die Länge zieht und nur mäßig unterhalten kann. Da aufgrund der schwachen Handlung sowieso kein gutes Drama aus "World Trade Center" hätte werden können, hätte Stone doch wenigstens ein paar Action-Sequenzen einbauen können, doch stattdessen beschränkt er sich darauf, die Feuerwehrmänner noch länger in den dunklen Trümmern liegen zu lassen. Sicherlich gelingt es Stone, vor allem durch die Darstellungen der Feuerwehrmänner in den Trümmern, die alten Schreckensbilder noch einmal hochkommen zu lassen und eine gespannte und klaustrophobische Atmosphäre aufzubauen, die er aber leider nicht weiter ausnutzen kann. Alles in allem ist die Umsetzung sicherlich routiniert, aber in Anbetracht der unterirdischen Story war einfach nicht mehr drin.
Nicolas Cage ist wirklich der einzige Darsteller, den ich in keiner seiner Rollen auch nur ansatzweise leiden kann und nach "Weather Man" und "Wicker Man" und vor "Next" und "Ghost Rider" liefert er mir einmal mehr alle Gründe dafür. Cage scheint wirklich alle Rollen zu spielen, bei denen er Geld verdienen kann und wenn er auch nur im Ansatz Ansprüche an seine Rollen hätte, hätte er diese Rolle in diesem Film nicht annehmen dürfen. Er spielt zugegebenermaßen nicht schlecht und passt mit seiner weinerlichen Art auch ganz gut in seine Rolle, kann den Film aber auch nicht mehr retten. Michael Pena, der bisher kaum durch größere Rollen in Erscheinung treten konnte, aber bereits mit Nebenrollen in "Million Dollar Baby", "L.A. Crash" und "Babel" auffiel, spielt überzeugend, wirkt sehr sympathisch und passt gut in seine Rolle. Der übrige Cast ist akzeptabel, wobei die hysterischen Ehefrauen-Darstellerinnen wirklich nervig sind.
Fazit:
Mit einer überaus flachen Charakterkonstruktion und einem substanzlosen Plot versucht Oscar-Preisträger Oliver Stone die Ereignisse des 11. September zu verarbeiten, scheitert aber an seiner schwachen Handlung und seiner zähen Umsetzung. Durch den ordentlichen Cast und die gespannt Atmosphäre landet der Film zwar im Mittelmaß, aber Stones Ansprüchen kann dies nicht genügen.