Zwei Beamte der Port Authority Police werden mit ihren Kollegen unter den Trümmern der beiden einstürzenden Twin Tower verschüttet. Sie kämpfen darum, am Leben zu bleiben und hoffen auf Rettung.
Ich weiß nicht mehr, wann meine Mutter am 11. September 2001 bei mir auf Arbeit anrief und mir von dem Anschlag berichtete, über den auf allen TV-Sendern berichtet wurde. Ich weiß aber noch, dass bei mir und meinen Kollegen an Arbeit nicht mehr zu denken war. Auch später daheim lief nichts mehr nach den alltäglichen Schema F, das uns alle auf irgendeine Art und Weise begleitet. Wenn dieser Anschlag solche oder ähnliche Wirkung bei Menschen viele Tausend Kilometer entfernt gehabt hat, wie extrem muss das für die Menschen in den USA und speziell für die Betroffenen und Hinterbliebenen gewesen sein?
Für mich ist es daher vollkommen in Ordnung, wenn man den Ersthelfern, den Freiwilligen, einfach allen, die geholfen haben und letztlich auch allen, die weltweit helfen und ihre Leben riskieren, um Menschen zu retten, ein filmisches Denkmal setzt. Das hat für mich auch herzlich wenig mit Pathos zu tun, denn wenn Menschen für andere ihr Leben in die Waagschale werfen, dann verdient as Respekt, dann kann man diese Menschen auch gerne Helden nennen. Nichts weniger sind sie meiner bescheidenen Meinung nach.
Und Oliver Stone hat sich an einem solchen Denkmal versucht. Er hat seinen Film auf Tatsachenberichten beruhen lassen und erzeugt vor alem zu Beginn mit der sich langsam entwickelnden Katastrophe aus Sicht der Cops und ihrer Kollegen eine intensive Atmosphäre. Leider kann er diese Intensität nicht durchgehend aufrecht erhalten, dazu ist sein Film etwas zu lang geraten. Doch die Emotionen dieser Geschichte, der Ehefrauen und Kinder und der beiden Verschütteten, kommt immer wieder durch.
Nun bin ich nicht gläubig, drum konnte ich mit den Jesus-Visionen von Jimino herzlich wenig anfangen, doch wenn er das gesehen hat, glaube ich ihm das gerne, Visionen der Art von McLoughlin kenne ich sehr wohl. Seinen Satz "du hast mich gerettet" habe ich selbst schon verwendet. Vielleicht sind diese persönlichen Dinge die Gründe, weshalb ich den Film besonders gut finde, auch wenn ich ihn ganz sicher aus eben denselben Gründen kein zweites Mal anschauen möchte.
Stone macht hier vieles richtig, konzentriert sich nicht allein auf die Verschütteten, zeigt stattdessen auch deren Familien und ihren Umgang mit der für sie lange unklaren Situation. Ich habe zwischendurch Szenen von Einsatzkräften vermisst, das war mir etwas wenig, ansonsten empfand ich das aber als gut, nicht kitschig und auch nicht als tränendrüsig. Das hat auf emotionaler Ebene durchaus berührt, was natürlich auch an den tollen Darstellenden gilt, die Stone hier auch in kleinen Nebenrollen versammelt hat. Nicholas Cage spielt angenehm zurückhaltend, sein beliebtes Overacting wäre hier auch äußerst unpassend gewesen.
Der Score erschien mir zu jeder Zeit passend zur Stimmung der Bilder. Unauffällig, ich nie in den Vordergrund drängen, aber doch immer präsent. Sehr gelungen.
Im Verlauf des Films habe ich mir die schlicht nicht zu beantwortende Frage gestellt, was ich in solch einer Situation tun würde. Würde ich auch reingehen, in instabile Trümmerhaufen kriechen, mein Leben riskieren, um ein anderes Leben zu retten? Auf dem Sofa ist Ja eine Kleinigkeit, schnell gesagt, aber wie es tatsächlich wäre? Ich weiß es nicht und werde es hoffentlich nie erfahren. Aber ich danke allen, die es tun, die helfen, vom THW über Ärzt:innen, Pfleger:innen, Feuerwehr bis zu den Teams in Rettungswagen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Gut, dass ihr den Job macht.
Und Leute, schaut den Film. Er lohnt sich.