Review

Zwei Legenden schlagen im Westen ein wie eine Detonation.

Pryor brennt, Williamson bleibt eiskalt — und die Prärie kommt ins Wanken.

Adiós Amigo fühlt sich an wie ein Western, den zwei Naturgewalten im Vorbeigehen zusammenhalten, während sie sich quer durch die Prärie improvisieren. Richard Pryor stolpert von einem Missverständnis ins nächste, ein nervöser Ärger‑Magnet, während Fred Williamson mit stoischer Ruhe hinterherzieht und jede Szene zu einem kleinen Energie‑Duell macht. Eine richtige Handlung gibt’s kaum, aber genau das macht den Charme aus: Der Film lebt von Rhythmus, Präsenz und dieser seltsamen Chemie zwischen Pryors manischem Chaos und Williamsons Fels‑in‑der‑Brandung‑Coolness. Vieles wirkt spontan — und war es auch — was dem Ganzen eine angenehm zerfranste, lockere Textur gibt, die perfekt zu seinem Humor passt. Kein großer Film, kein polierter, aber ein seltenes Momentbild zweier Black Icons, die sich in einem traditionell weißen Genre ihren eigenen Platz schaffen. Das Ergebnis ist chaotisch, warm und unverkennbar ihres.

Memorable Moment

Pryor kämpft gefühlt eine Ewigkeit mit einer simplen Tür, improvisiert sich komplett in den Wahnsinn, während Williamson reglos danebensteht — sein Schweigen ist witziger als jeder Gag.

Black Actor Visibility Log

Lead: Richard Pryor, Fred Williamson

Minor: Thalmus Rasulala

Quick Facts

• Eine der wenigen Western‑Komödien der 70er, die komplett von Black Stars getragen werden — in einem sonst weißen Genre.

• Entstand aus Pryors Wunsch, Fred Williamson endlich mal in einer reinen Comedy‑Rolle zu zeigen; Williamson übernahm dann selbst das Ruder, schrieb, inszenierte und produzierte den Film unter eigener Flagge.

• Gedreht wurde in nur neun Tagen — dank Williamsons 12‑Seiten‑„Drehbuch“ und der Entscheidung, Pryor einfach frei drauflos improvisieren zu lassen.

• OST: Funk/Soul‑Album von Infernal Blues Machine (London Records, 1976), inklusive dem gesungenen Titelsong Adios Amigo und mehreren Film‑Cues.

• Thalmus Rasulala taucht nur kurz als Noah auf — die einzige weitere Black Presence neben Pryor und Williamson — und arbeitete danach nie wieder mit einem der beiden zusammen.

Teaser

Soundtrack

Details
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