"Ein Review aus einer Zeit als die Menschheit noch glaubte eine Zukunft zu haben......"
Wie lange ist es eigendlich her das ich mit hohen Erwartungen in einen Film ging und diese dann noch übertroffen wurden.
Children of Men ist imho der mit Abstand beste Film des Jahres.
In einer nahen Zukunft haben sind alle Frauen unfruchbar geworden und der jüngste Mensch ist bereits 18. Die Gesellschaft, ihrer Existenzgrundlage beraubt bricht auseinander. Alfonso Cuaron zeichnet hier ultrarealistisch und absolut schockierend das Bild einer entzeitlich um sich greifenden Anarchie.
Die Regierung verteilt gratis Selbstmordpillen, herrscht mit brutal
durchgesetztem Kriegsrecht. Emigranten werden eingesperrt und deportiert. Ein Menschenleben ist nichts mehr wert. In trostlosen Farben und viel aus dem Augenwinkel der Protagonisten werden die katastrophalen Zustände der Welt dargestellt.
Erzählt wird die Geschichte aus dem Blickwinkel von Theo Faron einem
Exaktivisten und Zyniker, welcher von seiner Exfrau und ihrer Wiederstandszelle angeheuert wird eine junge Frau ausser Landes zu
schaffen.
Das ganze entwickelt sich zu einer gelungen Mischung aus Roadmovie,
Entzeitfilm und Kriegsfilm. Abgesehen von der guten Geschichte die
völlig Kitschfrei erzählt wird ist die Regie und Kameraführung das wahre Highlight des Films. Durch die wackelige Handkamera ist der Zuschauer immer mittem im Geschehen. Es gibt eine menge langer Kamerafahrten die ohne Schnitt gedreht wurden wo man Theo durch Kriegsgebiet folgt während rund um ihn gekämpft und gestorben wird. Szenen die noch beeindrucken der sind als der Anfang vom Soldat James Ryan.
Clive Owen glänzt als Held aus Verzweiflung der alles tut um das Leben der jungen Frau zu schützen, ohne auch nur einmal eine Waffe abzufeuern. In kleineren Rollen spielen auch Julianne Moore und Maichel Caine sehr gut, denn in kaum einem anderen Film kamen die Charaktere so realistisch herüber.
10 von 10 Ruby Tuesdays