Dieser Film hat was ... ich weiß nicht genau, worum es sich dabei konkret handelt ... aber er hat definitiv etwas, das fast allen anderen Filmen abgeht.
Ist es die dystopische Atmosphäre?
Nein, denn die gab es auch in anderen Streifen.
Sind es Gefühle aus dem tiefsten Inneren der menschlichen Natur?
Möglich, aber auch das wurde bereits in vergleichbaren Filmen glaubhaft dargestellt?
Liegt es vielleicht an den guten schauspielerischen Leistungen?
Die allein können es irgendwie auch nicht sein, denn sie sind eigentlich die Voraussetzung für ein gelungenes, fiktionales Erlebnis.
Insofern komme ich zu dem Schluss, dass es hier wohl die äußerst gelungene Mischung aller dieser Komponenten ist, welche „Children of men“ zu einer eindrucksvollen Erfahrung macht. Zudem ist die Optik genial düster und die Kameraarbeit kann sich wirklich sehen lassen. Hier wird mehrmals minutenlang draufgehalten, wenn es spannungstechnisch drauf ankommt. Und Clive Owen gibt eine Vorstellung, die an Intensität keine Wünsche übrig lässt. Sein Persönlichkeitswandel vom Nihilisten zum vermeintlichen Retter der Menschheit ist jederzeit durchaus nachvollziehbar. Während eine derartige Entwicklung in anderen Filmen nicht immer überzeugen kann, wird sie hier realistisch und glaubhaft dargestellt. Unterstrichen wird sie von einem Score, der einem in den Schlüsselszenen die Tränen in die Augen treibt oder wenigstens für einen dicken Kloß im Hals sorgt.
Dies ist kein Film für die popcornfressende und colaschlürfende „Was schauen wir heute im Kino?“-Fraktion, sondern ein Kleinod für Filmliebhaber, die nicht nur Wert auf Action, Unterhaltung und Humor legen, auch wenn diese Elemente hier durchaus vorhanden sind. Denn hauptsächlich geht es um Politik, Psychologie und vor allem (unterbewusste) Gefühle, und genau das macht diesen Film zu etwas Besonderem.
9 /10