Review

Und wieder ein schöner Science Fiction der Reihe "so wird es in 20 Jahren mal aussehen": ein düsteres Bild wird gezeichnet, wie üblich. Doch diesmal keine fliegenden Autos, Glaspaläste, Ferienhäuschen auf dem Mars, sondern schlicht und ergreifend: Terror, Ausweisung von Ausländern, pöbelnde Mobs, korrupte und gewalttätige Polizei. Das ist alles nicht wirklich neu. Ein Einfall mußte her: die Menschheit kann keine Kinder mehr bekommen. Im Zeitalter der best agers wird aus der Rentnerflut ein ganz schön übler Haufen mit noch übleren Auswirkungen.

Da seit 18 Jahren kein Baby mehr geboren wurde ist der Nachwuchs von Kee umso erstaunlicher. Was eigentlich eine Sensation sein könnte und allen Beteiligten Geld, Ruhm und Popularität bescheren könnte wird geheim gehalten und unter lebensbedrohlichen Aktivitäten versucht außer Landes zu bringen. Das "wieso" bleibt dabei völlig im dunklen, umso absurder wirkt der gesamte Handlungsstrang. Aber Science Fiction ist ja nicht dafür berühmt sonderlich realitätsbewußt zu sein, lassen wir das also alles mal außen vor.

Daß aber in altersschwachen französischen Vehikeln umhergegurkt wird (vornehmlich Renault Velsatis und sonstige Perversitäten) zeugt doch eher von übertriebenem Ambitionismus mal wieder etwas ganz neues außergewöhnliches auf die Beine stellen zu wollen - was gründlich mißlang. Die Story ist daneben, das haben wir schon festgestellt. Hinzu kommt nicht endend wollende Langeweile, denn der Plot sorg für wenig Spannung. Aus einer einzelnen Erbse kann man halt auch keinen Eintopf kochen. Miese schauspielerische Qualitäten, allen voran ein gelangweilt und deplaziert wirkender Clive Owen (wieso mußte er sich für sowas hergeben... ts ts ts), gefolgt von einer kaum ambitionierter spielenden Julianne Moore die frühzeitig das Zeitliche segnen darf und einer Riege Volkstheater-Aushilfen kann hier fehlender Pep nicht wettgemacht werden.

Nein, dieser Film hat außer einem grundsätzlich guten Themengebiet und durchaus plausibler Zukunftsmusik wenig zu bieten. Wie üblich wird übertrieben dargestellt, widersinnig gehandelt, das ganze garniert mit Langeweile und schauspielerischem Unvermögen. Tut mir leid, dieser Film ist unteres B-Niveau. Genrefreunde sollten enttäuscht sein, wirkt es doch fast wie ein Schlag ins Gesicht daß aus einem so fruchtbaren Thema so wenig handfestes entwickelt wurde.

(3/10)

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