Als Remake ist "Wicker Man" eigentlich völlig vernachlässigbar, da der Film Szenen 1:1 kopiert und als einzige Ideen bringt, dass der Polizist stärker psychisch belastet ist und dass es sich um eine weiblich dominierte Sekte handelt. Ansonsten alles beim alten. Cage darf den einen von seinen zwei möglichen Gesichtsausdrücken - den Angespannten - durch die Szenerie schleppen, ist aber noch das geringste Problem. Der Film kommt nicht in Fahrt! Nach einer mittelmäßigen Eingangssequenz wird ansatzweise ganz atmosphärisch das Dorf/die Insel betreten, jedoch stets kontrapunktiert von völlig misslungenen "Erinnerungsflashs" unseres gestrauchelten Helden, die wohl als Horrorsequenzen angedacht waren, aber eher für Belustigung sorgen (herzlich lachen darf man bei der Sequenz, in der Edward das verschwundene Mädchen auf einem Schiff sieht - wo es dann prompt von einem Laster überfahren wird! Shocking! Confusing!
Naja, wer das Original gesehen hat, darf sich dann die nächste Stunde gepflegt entspannen. Der Film ist visuell routiniert, aber kein außergewöhnlich gut inszenierter Streifen.
Erst im letzten Drittel gewinnt das Remake an Elan und kleineren Ideen - z.B. im Haus der Lady Woodward, auch wenn diese sinnfrei verpuffen. Inszenatorisch ist jenes klaustrophobischere Finale etwa auf dem Level, welches das Original durchgehend zu bieten hat - nur eben ohne Ideen.
Geärgert hat mich vor allem eine Sache: dass der Regisseur zwar an kleinen Stellen unnötige Änderungen eingeführt hat, ohne an Tiefe zu gewinnen, während das Finale wieder 1:1 kopiert ist. Es mag zwar dumm klingen, aber ich hätte mir tatsächlich gewünscht - Achtung Schpoilar! - dass Edward dieses Mal vielleicht überlebt und den Kühen Saures gibt, denn wenn man den Ausgang des Films kennt, ist er ziemlich deprimierend...
Fazit: es wäre gelogen, würde man diesen Film als langweilig bezeichnen, doch bei dem Monster-Budget hätte schon ein bisschen eigener Ideenreichtum nicht schaden können.