Review

Eine einzige Anmaßung


Dieser Film beleidigt mich in fast jeder Hinsicht: ok, ohnehin kein beständiger Freund der Schauspielkunst dieses hauptdarstellenden Neffen Francis Ford Coppolas, hat mich "The Wicker Man" sogar noch diesbezüglich enttäuscht: tatsächlich scheint es Hollywood verlernt zu haben klassische Genre-Stoffe für einen Mainstream aufzubereiten wenn nicht ein ausgewiesener Spezialist dabei schon am Werk ist. Während das Original ein äußerst beeindruckender und nachhaltig faszinierender Streifen ist, WAR dieser Film im besten Fall lächerlich zu nennen - eigentlich sollte er aber eben noch nicht einmal so "gut" davonkommen. 
Neil LaBute, der später mit "Lakeview Terrace" einen meiner Meinung nach immerhin gelungenen Thriller mit politisch relevanten Ideen fabriziert hat, ist hier so auch meilenweit von zumindest visuell ergreifenden Stücken à la "The Dark" (aus demselben Jahr) entfernt, welche wenigstens sowohl gute Performances als auch eine ansprechende Optik zu bieten haben - für mich oft doch bereits mehr als ausreichend. Cage ist in seiner Rolle als suchender Polizist vielleicht auch einfach zu routiniert für mein Auge, wobei die für mich absolut deplatziert integrierte Romantik dem ganzen noch die negative Krönung aufsetzt: aus den dominanten Herren der Insel Summerisles um Christopher Lee sollten, wohl mit einem gewissen Anflug von Misogynität, kaschierte Hexen werden; die interessante Religiosität des ursprünglichen (britischen) Cops wurde zugunsten einer Hollywood-typischen Hintergrundgeschichte komplett fallengelassen, usw.

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