Puh! Ein Remake eines alten Klassikers, wie oft ging das schon schief? Und dann noch mit einem „Alles Spieler“ wie Nicolas Cage. Gut umgesetzt in die Moderne oder Rohrkrepierer der Neuinterpretation?
Die Geschichte ist relativ gleich geblieben und unterscheidet sich in wenigen Kleinigkeiten. Inwiefern diese sich auf die Qualität des Filmes auswirken kommt später. Ein Polizist erhält einen Brief seiner Ex-Frau welche mittlerweile auf einer kleinen abgeschiedenen Insel lebt. Ihre Tochter ist verschwunden und sie bittet ihn um Hilfe sie wieder zu finden. Angekommen auf der Insel, wird jedoch deren Existenz verschleiert. Abgründe tun sich auf.
Was nun folgt hält sich ziemlich genau an das Original von 1973, jedoch ohne auch nur annähernd dessen Klasse zu erreichen. Die volkstümlichen Lieder die einen grossteil der Atmosphäre des Originals ausgemacht haben und die Lebensansichten der Inselbewohner wiederspiegelten, fehlen komplett. Damit entfallen die unterschiedlichen Ansichten der Protagonisten. Der im Original konservative Polizist ist nun ein ganz „normaler“ und schon fast klischeehafter. Die Motivation der Bewohner bleibt hier unverständlich, da diese kaum erklärt wird. Hier ist auch die Frau die den Brief verfasst hat die Ex-Frau der Hauptfigur und die Tochter des hier weiblichen Oberhauptes der Insel, ohne zu viel zu verraten. Dies alles plus einer neu aufkeimenden Liebesgeschichte zwischen den beiden dient nur der Emotionsgewinnung und hat mit dem Original nichts gemein. Was da noch logisch aus dem Antrieb der Hauptfigur geschah, wirkt hier nur noch aufgesetzt und so typisch für die meisten heutigen Filme. Das Ende kommt plötzlich und viel weniger zelebriert als beim Vorbild, was viel besser zu dem Fest des Schlusses passte. Dies hat zur Folge das einem das Schicksal des Polizisten kaum bis gar nicht mehr in der Magengrube gräbt.
Cage macht dabei das was er tun kann, dabei aber nichts besonders, aus der Figur war hier aber auch nichts herauszuholen. Seine Razzie Award Nominierung somit also nachvollziehbar. Die tragische Figur des Originals ist hier einfach nur noch langweilig, der man gleichgültig gegenüber steht. Dies trifft auch auf den Rest des Cast‘s zu. Niemand sticht hervor und was aber auch dem Drehbuch verschuldet ist, welches hier zu viele Fehler macht. Wie z.B. Lee durch einen weiblichen Darsteller zu ersetzten, was sicher auch dem fehlen des kompletten religiösen Hintergrunds geschuldet ist. Ebenfalls unpassend ist die neue Komponente der degenerierten Männer und die Vorherrschaft der Frauen auf der Insel. Dies passt einfach nicht und hat rein gar nichts mit dem Grundgedanken der Vorlage zu tun.
Fazit: Deutlich auf heutige und kommerzielle Sehgewohnheiten getrimmtes Remake, was der bissigen und kontroversen Vorlage nie gerecht wird. Alle die das Original nicht kennen und sich nicht an moderner Filmmacherei stören, können dieser seelenlosen Neuauflage vielleicht etwas abgewinnen, alle anderen werden das ein oder andere mal vor dem Fernseher sitzen, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sehnsüchtig an alte Zeiten zurück denken.