Review

Das schlechteste Remake aller Zeiten

Selten bis nie gebe ich einem Film 1/10... meistens gehe ich diesen Totalgurken aus dem Weg und investiere Zeit, Geld und Leidenschaft lieber in gute oder zumindest interessante Filme, Ideen, Serien. Beim Remake von "The Wicker Man" kann ich jedoch nicht anders. Er hat all seine Verrisse verdient und gehört auf den Scheiterhaufen der Filme. Schlechter, langweiliger, ärmlicher geht es kaum. Für diese Beleidigung eines britischen Klassikers müssen gleich drei gute Remakes produziert werden, um das abzuwiegen. Muss denn alles neu gemacht werden? Ohne Scham, Charme oder Interesse am Stoff? Für "The Wicker Man" muss sich Nic Cage schämen, da dreht sich Christopher Lee noch immer regelmäßig im Grab. Ein schlechteres und schlafwandlerisches Remake fällt mir momentan keins ein. Die Filmrunde die mir den auf den Hals gewünscht hat, schuldet mir was... Es geht in dieser dilettantischen Version, ähnlich wie im Original, um einen Stadtpolizisten, der das mysteriöse Verschwinden eines kleinen Mädchens auf einer abgeschotteten Insel untersucht und den die sektenähnlichen Inselbewohner, nun zum Großteil Frauen, nicht gerade behilflich sind...

Doch was macht den neuen Wicker Man so unermesslich schlecht? Und warum ist er nur kurzzeitig so schlecht, dass er wieder Spaß macht? Was hebt ihn von anderem Müll ab? Warum kriegt man hier als Kinofan graue Haare beim Gucken?

Erstmal zu den guten Dingen. Bzw. den Dingen, die so bescheuert sind, dass man wieder etwas lachen muss. Wie Nic Cage im Schlafwandler-Modus, einige seiner Overacting-Ausraster, sein Bärenpunch oder das alternative Ende mit den "Beeeees". Das ist alles schon so dämmrig doof, dass es wieder als Trash durchgeht. Doch 95% dieses Schlafmittels tänzelt um Langeweile, Fremdscham, Wiederholungen und unangenehm langen Pausen. Selten war ich weniger interessiert an einer Geschichte bzw. den Figuren als hier. Selten habe ich einen Regisseur gesehen, der ein kälteres und unpassenderes Händchen für Grusel hatte. Dieses Etwas von Film ist höchstens gruselig schlecht. Das Original war immer etwas neben der Spur und dadurch seltsam gruselig und einmalig bis heute. Das Remake ist ebenso neben der Spur, fällt jedoch direkt von der Klippe und zerschellt an seiner eigenen Dummheit und Unfähigkeit. Unfähigkeit zu unterhalten, Interesse zu wecken oder schick auszusehen. Hier ist alles Gülle und gehört vernichtet. Weg mit dem Driss, sagen wir bei uns in Köln!

Fazit: "The Wicker Man" (2006) ist gestohlene Lebenszeit und ärgerlich schlecht, langweilig, unnötig. Ein Klassiker des strangen Horrors wird hier verwurstet, bis man einschläft oder das Kotzen kriegt. Ein paar unfreiwillig komische Szenen, der Rest ist ein Lowlight aller beteiligten Karrieren. Bitte nichtmal aus Neugier gucken, die Zeit kriegt man nicht wieder... sogar Nacktheit sucht man hier trotz X-Chromosom-Überschusses vergebens. Schande über dieses All-You-Can-Eat-Buffett des schlechten Films!

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