Review

Ein koreanischer Thriller mit „Ring“-Zugabe, - oder umgekehrt, denn die Mischung wirkt zuweilen ein wenig unausgegoren.
Wahrscheinlich war man sich bereits im Vorfeld der Tatsache bewusst, dass ein langhaariges Geisterkind allein mittlerweile nicht mehr für einen unterhaltsamen Streifen sorgen kann, von daher beschäftigt man sich überdies mit einer mysteriösen Mordreihe.

Diese haben Polizistin So-Yeung und ihr neuer Partner Hyun-ki aufzuklären. Schnell stellt sich heraus, dass die ausschließlich männlichen Opfer offenbar einem Erstickungstod erlagen, allerdings lassen sich keine Fremdeinwirkungen feststellen. Zudem scheinen alle Opfer an einem tragischen Vorfall in einem ländlichen Ort beteiligt gewesen zu sein, dessen abgelegenes Salzhaus als Geisterort gemieden wird.
Doch auch das ermittelnde Cop-Duo trägt düstere Geheimnisse mit sich herum…

Die unterschiedlichen Versatzstücke zweier Genre bewirken ein höchst unterschiedliches Maß an Unterhaltung. Während die Krimi-Elemente nahezu vollends überzeugen, ist der Mystery-Anteil mit den Geisterkind-Erscheinungen äußerst schwach ausgefallen.
Genrefreunde dürften hier nahezu einen kompletten Szenenablauf voraus ahnen:
Typ allein in einem Raum, er bemerkt die Anwesenheit des Geisterkindes und beugt sich unter den Tisch, - nichts zu sehen. Er taucht wieder oberhalb der Tischkante auf, - Geisterkind sieht ihn mit blutunterlaufenen Augen an.
So zieht sich das durch die komplette Handlung und jeder, der wenigstens „Ringu“ oder „Grudge“ kennt, dürfte bei alledem zu keiner Zeit erschreckt werden.

Besser sind demgegenüber die Ermittlungsarbeiten und somit die Aufklärung der Mordreihe ausgefallen.
Dabei wird dem Ermittlerpaar genügend Charaktertiefe verliehen, um zu ihnen eine Bindung aufzubauen, während beide Darsteller brauchbar genug agieren, um glaubhaft zu wirken.
Dass es dabei innerhalb der Spurensuche zu logischen Schwächen (Ausbuddeln eines Hundes mit anschließender Autopsie vor Ort) kommt, ist zu verschmerzen.
Durch gut platzierte Rückblenden wird das Geheimnis der Mordreihe letztlich lückenlos aufgedröselt und es bleiben erstaunlicherweise kaum unbeantwortete Fragen im Raum stehen.
Zwar hätte man gegen Ende lieber eine Temposteigerung erlebt, anstatt nach einem gelungenen Plot Twist einen weiteren (recht unnötigen) folgen zu lassen, aber auch hier gibt es einige halbwegs spannende Szenen im Salzhaus, dem Schlüssel zur Mordreihe, zu verbuchen.

Am Ende hätte man sich gar gewünscht, die Geisterkind-Elemente entweder komplett auszulassen oder sie mit mehr Feingefühl platziert zu sehen. So bleibt schlussendlich eine in sich nicht ganz so stimmige Mischung, die aber zumindest die meiste Zeit recht solide unterhält.
Wer sich also unter „Geisterkind in Autowaschanlage“ und „Untersuchung der Wirkung von Blausäure“ etwas vorstellen kann, sollte eventuell einen vorsichtigen Blick riskieren.
6 von 10

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