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Ganz erfreulicher Italowestern, der es diesmal auch trotz Gianni Garko in der Hauptrolle schafft, ernst zu bleiben und gleichzeitig angenehm zu unterhalten, was vor allem an der straffen Natur des Skript liegt und dass Regisseur Gianfranco Parolini [ Sabata, Sabata kehrt zurück, Adios Sabata ] ein richtig gutes Auge für Action hat. Sowieso wird im 2ten Eintrag der Sartana – Reihe mehr geschossen als geredet, bereits in der ersten Einstellung liegt ein Dutzend lebloser Menschen in der Wüste, daneben eine ausgeraubte Kutsche. Nachdem auch die Räuber bereits Sekunden später von Sartana [ Gianni Garko ] erschossen wurden, zeigt der Film auch gleich die beiden Hauptkonkurrenten des an Handlungspersonen nicht gerade schwachen Filmes, Lasky [ William Berger ] ist nämlich wie viele andere auch hinter einem scheinbar geraubten Goldschatz her, der einfach nicht aufzufinden ist. Mehrmals werden vermeintliche Verstecke des Schatzes durchsucht, aber dann doch nur eine Ladung Steine gefunden, währenddessen spielt Sartana einen nach dem anderen gegenseitig aus.

Da es im Drehbuch für die nötige Ausarbeitung des Katz – und Mausspiels wohl nicht langte, werden wirkliche Hintergründe des Geschehens auch nicht geliefert oder gar erklärt, wer nun mit wem und warum, soll bei der Rasanz des Geschehens diesmal nicht allzu störend wirkend. Daneben wird ein Leichenberg der Grösse XXL angehäuft, wobei sich die Brutalität bis auf eine stattliche Anzahl an Kopfschüssen aber in Grenzen hält; der Ton des Filmes ist auch nicht wirklich bierernst, ohne aber eine Reihe von Kalauern abzuliefern. Die Tricks und Finten vom allseits präsenten und anscheinend auch alles wissenden Sartana halten sich zwar in Grenzen, funktionieren aber aufgrund des simplen Ausnutzens von Habgier und Misstrauen seiner Gegner prächtig.

Dabei ist die Beziehung zwischen Sartana und Lasky eine ganz eigenartige, beide konkurrieren auf fast neckische Art miteinander, wobei bei Lasky aber der Sucht nach Reichtum und die Hinterhältigkeit immer an erster Stelle kommt. Dieses wendet Sartana aber auch zu seinem Gunsten und zur Erledigung der Drecksarbeit an, so lockt er Lasky’s Männer auf seiner scheinbaren Flucht zu dem Ort, wo Lasky vorher ihre Kumpane umgelegt hat, und treibt diese so gegen ihren eigenen Herrn auf, der dann wieder ein paar Leute mehr um die Ecke bringen muss, diesmal mit einer Stange Dynamit.
Die ständigen Actionszenen präsentieren sich auf gekonnte Weise, wo auch aus eigentlich langweiligen Schiessereien durch eine agile Kamera und dem funktionieren Schnitt immer das Beste herausgeholt wird; Sprünge, Stürze vom Pferd, eine ausgeklügelte Falle und Lasky’s Gatling sorgen für schmückendes Beiwerk.

Negativ wirkt sich nur aus, dass man sich wirklich arg bei den Leone/Eastwood Filmen bedient hat; abgesehen vom übernommenen Hauptthema sind es auch die Einzelheiten, die nicht ganz original sind: Die Spieluhr, dessen Musik Lasky zur Verzweiflung treibt [ warum, wird nicht geklärt ]. Die Metallplatte, die die Kugel aufhält. Der Leichenpräparator als einziger Freund.
Trotzdem macht der Film durchaus Laune, viel Spielfreude von Garko, Berger und Sancho inbegriffen.
Ach, und Klaus Kinski hat einen Gastauftritt in vielleicht 3 Szenen und lässt sich dann fix durch sein eigenes geworfenes Messer wieder rausschreiben; schade eigentlich.

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