Im Zuge des Remake Wahns welches in Hollywood kursiert wurde 2003 Tobe Hoopers Genre Klassiker „The Texas Chainsaw Massacre“ neu aufgelegt. In stylischen Bildern verpackt und mit bekannten Jungstars machte Regisseur Marcus Nispel eine doch recht gelungene Adoption aus dem Stoff. Den Kinogängern gefiel der Film und so machte man sich dran den Film fortzusetzen. Jedoch nicht als Sequel, sondern als Prequel um die Vergangenheit des Hewitt-Clans ein weniger mehr zu beleuchten.
Story: Bevor Dean und Eric nach Vietnam müssen unternehmen sie mit ihren Freundinnen Chrissie und Bailey einen kleinen Road Trip, welche sie in eine entlegene Gegend in Texas führt. Nach einem Unfall werden Dean, Eric und Bailey vom Sheriff aufgelesen und zum Haus seiner Familie gebracht. Während Chrissie sich verstecken konnte, müssen ihre Freunde höllische Qualen durchmachen. Sie werden nicht nur dem Terror vom Sheriff ausgesetzt, sondern machen Bekanntschaft mit dem zurückgebliebenen und entstellten Sprössling der Familie: Leatherface
Nach dem doch eher durchschnittlichen „Fluch von Darkness Falls“ und einem kleinen Film zum „Ring“ Franchise durfte Regisseur Jonathan Liebesman das Prequel zum „Texas Chainsaw Massacre“ inszenieren. Die Produktion übernahm wie auch schon beim Vorgänger Actionspezialist Michael Bay. Während beim Remake der Gewaltpegel noch im Rahmen lag, dreht Liebesman, im Zuge der neuen Hardcore-Horrorwelle, mächtig an der Gewaltschraube und schafft es sogar Genre-Primus „Hostel“ in den Schatten zu stellen
Denn was den Goregehalt angeht macht der Film seinen Titel alle ehren. „The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ ist wirklich ein Massaker. Die Kettensäge rattert unaufhaltsam und sägt sich durch alle möglichen Köperteile. Wenn der Rocker mit dem Bauch auf der Klinge der Säge liegt und Leatherface den Motor anwirft, bleibt einem schon das Essen im Halse stecken. Auch die Szene in der Eric auseinander genommen wird und ihm letztendlich die Haut vom Gesicht gezogen wird dürfte so machen auf den Magen schlagen. Viel möchte ich nicht verraten aber: Für den Gorehound gibt es noch viele weitere Schmankerl. Wobei man sagen muss dass die eine oder andere doch nur zum reinen Selbstzweck verwendet wurde und im Prinzip nichts zur Handlung beiträgt.
Während die MPAA den Film nur nach starken Schnitten für ein R-Rating freigab (17 Szenen wurden angeblich entfernt), schnitt Warner Deutschland noch eine Minute heraus um den Film für eine Freigabe „ab 18 Jahren“ tauglich zu machen.
Nicht nur der Gewaltpegel ist enorm, auch die Atmosphäre des Filmes ist bedrückend und intensiv. Ihren Höhepunkt erreicht sie bei der Dinner-Szene, welche Gleichzeitig eine nette Hommage an das Original von Hooper darstellt. Sowieso entfaltet der Film in den Terror- und Folterszenen seine ganze Kraft, ganz im Sinne des Terrorkinos der 70er und 80er Jahre. Mit Hilfe eines stimmigen Scores wird ein perfektes Terrorszenario erschaffen die einem kaum Luft zum Atmen lässt. Das ganze raue und dreckige Flair ist einfach Wahnsinn und am Ende gibt es sogar noch einen kleinen Bruch im Genre. Den im Gegensatz zum Gros der Horrormovies überlebt hier keiner der Teenies, sondern auch die Hauptdarstellerin darf am Ende ihr Leben aushauchen
Ein Prequel wäre natürlich kein Prequel wenn man nicht ein paar Details über Figuren, in diesem Fall der Hewitt-Clan, erfahren würde. So wird man Zeuge wie Hoyt zu seiner Rolle des Sheriffs kommt und zwar in dem er den alten Sheriff mit einer Schrottflinte über den Haufen schießt. Oder man erfährt warum der alte Monty keine Beine mehr hat. Nur soviel: Die Szene ist ziemlich blutig.
Die Hauptrolle übernahm die aus „The Fast & The Furious“ bekannte Jordana Brewster und macht eine verdammt gute Figur dabei. Ich muss sagen, dass sie mir persönlich mehr zugesagt hat als Jessica Biel aus dem Remake. Sie bringt viel mehr Sympathie rüber als ihre Muskelbepackte Kollegin. Sheriff Hoyt wird erneut R. Lee Ermey dargestellt und ist einfach großartig als sadistischer Psychopath. Ebenfalls wieder mit an Bord ist natürlich Andrew Bryniarski, welcher ein weiteres Mal Leatherface verkörpern darf. Auch wenn er nicht mehr machen darf als Leute zu jagen, zu töten und mit der Kettensäge rumzuschwingen passt Bryniarski perfekt in die Rolle
"The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ ist ein brutaler Old-School Splatter, welches sich nicht hinter aktuellen Genrebeiträgen wie „Hostel“ oder „The Devils Rejects“ verstecken braucht. Ein rundum gelungenes Prequel zu einem recht anschaubaren Remake, welches dem Original nicht ganz das Wasser reichen konnte. Auch wenn ich die 10er Bewertung in der letzten Zeit ziemlich inflationär gebraucht, verdient der Film in meinen Augen einfach die Höchstwertung. Was soll ich sagen ich liebe solche Filme. Daher: Unbedingt angucken!