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Als wäre ein Remake nicht schon genug, nein, schon kurze Zeit später folgt ein weiteres TCM-Reamke mit dem Titel „The Beginning“. Das klingt ganz gut, ist es im Endeffekt aber nicht, eher genau das Gegenteil.


Eine dicke Frau steht im Schlachthof, ihre Fruchtblase platzt, Leatherface kommt auf die Welt. Nun ja, eigentlich heißt er Thomas, ist aber so hässlich, dass er direkt in die Mülltonne wandert. Dort wird er von einer Verrückten gefunden und aufgenommen, die Legende Leatherface ist geboren.
Vier Jugendliche reisen durch Amerika, darunter Chrissie. Ihr Freund will wieder nach Vietnam, sein Bruder soll auch hin, doch er will gar nicht, traut es sich aber nicht, seinen Bruder zu sagen. Dies ist egal, denn alle begegnen in einem Kaff Sheriff (höhö) Hoyt (R. Lee Ermey). Der ist genau so wahnsinnig wie seine ganze Sippe, inklusive Sohn Thomas (der von oben). Durch einen Unfall gerät nur Chrissie nicht in die Hände von Hoyt. Die restlichen drei nimmt er mit, denn bald soll es was zu essen geben und Thomas wetzt schon das Schlachtmesser...


Langsam ist es man leid, wieder und wieder die gleiche Story vorgesetzt zu bekommen. Die Schauspieler sind dabei beliebig austauschbar, nimmt man einmal R. Lee „Full Metal Jacket“ Ermey raus, der wieder mal den besten Part im ganzen Film hat. Der Rest überzeugt leider nicht. Die Rolle von Jessica Biel übernimmt hier Jordana Brewster, die aber auch gar nichts reißen kann. Sonst hält sich „The Beginning“ wirklich fast 1:1 an das Remake; strotzt nicht gerade vor Einfallsreichtum.
Auch „The Beginning“ ist eine reine Mogelpackung, denn viel begonnen wird hier nicht. Ganz schnell springt der Film um Lichtjahre weiter, in der Leatherface schon wieder Erwachsen ist. Hier wäre mal eine große Chance gewesen, vielleicht etwas mehr über Leatherfaces’ Leben zu erfahren, aber nein, Chance vertan. Nur über Sheriff Hoyt erfährt man ein wenig, dies ist auch einer der wenig positiven Teile im Film selber.

Der Rest ist altbekannt. Es herrscht fast 60 Minuten pure Langeweile, es passiert nicht viel. Nur zu Begin deutet der Film an, wohin er im Finale hinsteuern will. Nlut, Blut und noch mal Blut soll es geben. In Verzückung werden Gorefans aufschreien, doch auch dies muss man relativieren. TCM bietet einige höchst brutale Goreszenen, doch diese sind relativ schnell geschnitten und auch nicht immer direkt zu bewundern. Hinzu kommt, dass einige Szenen sehr aufgesetzt und unnötig wirken, da hat man scheinbar nur nach einer Idee gesucht, wie man noch etwas Blut in den Film bekommt (Beine vom Onkel, sehr einfallsreich das Ganze).

Sonst gibt es kaum positive Effekte. Da der Film fast wie das Remake ist, hat auch dieser mir nicht gefallen. Die hohle Story hat man gegen Ende versucht, mit einigen Effekten zu vertuschen, auch dies misslingt. Ferner kommt so gut wie keine Spannung auf, denn wenn man das erste Remake kennt, weiß man ja genau, diese und dieser Person kann gar nicht sterben, egal was mit ihr angestellt wird. So bleibt es bei „TCM – The Beginning“ wieder nur beim armseligen Versuch, einen Kultfilm, der seinerseits ohne große Effekte auskam, zu remaken.


Fazit: Scheinbar reicht für viele, wenn ein Film nur ein gewisses Maß an Blut und andere Brutalitäten hat, um ihn in den Filmhimmel zu heben. Genau so was geschieht bei „TCM- The Beginning“. Der Film bietet absolut nichts neues (ganz im Gegenteil) und kann maximal auf der Blutebene ein wenig punkten. Dies reicht aber absolut nicht aus. Da sind die Filme vom Franzosen Alexandre Aja um einiges besser, der zwar auch teilweise tief in die Gorekiste greift, aber es immerhin auch schafft, den Film ordentlich zu erzählen. Hier gelingt es nicht und damit ist auch dieser TCM-Film ein Schuss in den Ofen.

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